André Barth
Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Vom ersten Mauertoten, dem 24- jährigen Günter Litfin, erschossen am 24. August 1961 im Wasser des Spreehafens, bis zum letzten Mauertoten, dem 20-jährigen Chris Gueffroy, erschossen am 6. Februar 1989, kostete die Berliner Mauer insgesamt mindestens 140 Menschen das Leben. Auch aus Sicht unserer Fraktion ist es wichtig, dieser Opfer zu gedenken. Befremdlich empfindet es jedoch meine Fraktion, wenn das Gedenken an diese Opfer auch von einer Partei vereinnahmt wird, die sich als Blockpartei zu DDR-Zeiten auf den Kurs der SED eingelassen hat. (Beifall bei der AfD) Seit ihrem 6. Parteitag im Oktober 1952 definierte sich nämlich die Ost-CDU (Zurufe der Abg. Luise Neuhaus-Wartenberg, DIE LINKE, und Sören Voigt, CDU) als einschränkungslos sozialistische Partei – so der Parteivorsitzende Otto Nuschke. (Jörg Urban, AfD: Hört! Hört!) In ihren 22 Thesen des christlichen Realismus – übrigens auf einer Arbeitstagung im Mai verabschiedet – bekannte sich die Ost-CDU vorbehaltlos zur sozialistischen Gesellschaft. Dort heißt es zum Beispiel, dass der Sozialismus den Christen heute – wörtlich – „die beste Möglichkeit zur Verwirklichung der Forderungen Christi und zur Ausübung praktischen Christentums“ gebe. Im Gegenzug für solch eine kooperative Zusammenarbeit erhielt natürlich die OstCDU Einfluss und Ministerposten. Beispielsweise stellte die CDU 40 Jahre lang den Minister für Post und Fernmeldewesen in der Deutschen Demokratischen Republik. (Zuruf von der AfD: Aha!) Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Gestatten Sie eine Zwischenfrage, Herr Barth?
