Henning Homann
Sehr geehrte Kollegin, ich wollte gern noch einmal auf einen Punkt eingehen, der Sie ganz offensichtlich ganz besonders stört. Das betrifft die Frage der Teilhabe und des Selbstbestimmungsrechts von Kindern. Seit vielen Jahren und Jahrzehnten arbeiten wir in Deutschland mit dem Kinder- und Jugendhilfegesetz. Dieses enthält einen ganz wichtigen Satz, dort heißt es nämlich, dass Kinder und Jugendliche entsprechend ihrer Entwicklung an den sie betreffenden Entscheidungen beteiligt werden müssen. Kinder und Jugendliche sollen also, wenn sie dazu in der Lage sind, an Entscheidungen, die sie betreffen, mitentscheiden. Wissen Sie: Dieser Paragraf hat nie irgendwelchen Ärger gemacht, sondern er hat vor allem eines gemacht – er hat ganz viele tolle Ideen für diese Gesellschaft ermöglicht. Ich glaube, an dieser Stelle wird der Unterschied zwischen Ihnen und uns sehr deutlich. Es geht nicht darum, die Kinder zu beeinflussen, sondern es geht darum, den Kindern zu ermöglichen, uns und unsere gemeinsame Zukunft zu beeinflussen. Diese positive Haltung gegenüber den Kindern ist der blanke Gegensatz gegenüber Ihrer Angst vor der Phantasie und der Herzlichkeit, die diese Kinder in diese Gesellschaft mit einbringen können. (Beifall bei der SPD, der CDU, den LINKEN, den BÜNDNISGRÜNEN und der Staatsregierung) Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Frau Jost, bitte.
