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Volkmar Winkler

SPD 16.12.2020 Sitzungen 7/19

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Das Bauen mit Holz hat weltweit Konjunktur und eine verheißungsvolle Zukunft, steht aber in vielen Teilen Deutschlands und natürlich auch in Sachsen noch relativ am Anfang. Es ist schon gesagt worden, dass wir das mit unserem Antrag ändern wollen. Es fällt mir nun als dritter Redner der Koalition relativ schwer, Wiederholungen zu vermeiden. Gestatten Sie mir aber dennoch ein paar Ausführungen, die mir und unserer Fraktion sehr wichtig sind. Ich fasse es also nochmals zusammen. Die Verschränkung des nachhaltigen Bauens mit Holz mit den erforderlichen Klimaschutz- und Umweltforderungen ist längst überfällig. Dem wollen wir mit unserem Antrag Rechnung tragen. Die Vorteile von Holz als Rohstoff und Ressource liegen auf der Hand: Holz entzieht der Atmosphäre Kohlendioxyd und bindet den Kohlenstoff über die gesamte Lebensdauer. Gleichzeitig können durch den Einsatz von Holz im Bau energieintensiv produzierte Materialien wie Stahl oder Zement ersetzt werden. Holz ist vielseitig einsetzbar, im Hausbau, in der Möbelund Papierindustrie sowie als Dämmmaterial. Das vergleichsweise geringe Gewicht von Holz ermöglicht Bauweisen, die im besonderen Maße für die Aufstockung bzw. den Dachausbau geeignet sind. Eine Holzbauweise ist schneller umsetzbar als das Bauen mit Beton und eignet sich bestens für das sogenannte serielle oder typengerechte Bauen. Dadurch könnte auch ein Beitrag zur Wohnraumschaffung in den Ballungsgebieten und zur Entlastung von angespannten Wohnungsmärkten geleistet werden. Hier lässt sich bei der Novellierung der Sächsischen Bauordnung anknüpfen. Folgendes sollte dabei geändert werden: erstens der Einsatz brennbarer Baustoffe in allen Gebäudeklassen, zweitens die erweiterte Regelung zum Einsatz von Holz für Tragkonstruktionen und Außenwandverkleidung sowie drittens die Erleichterung des typengerechten und modularen Bauens. Das würde den Holzbau weiter voranbringen. Bedenken bezüglich des Brandschutzes sind vorhin schon zerstreut worden. So wie Bauholz heutzutage vorbehandelt und gepresst wird, hat es eine Festigkeit fast wie Beton. Die mittelständisch geprägten Holzbaufirmen sind überwiegend im ländlichen Raum angesiedelt. Von einer Holzbauinitiative würde das Holzhandwerk vom Tischler bis zum Zimmermann profitieren. Durch die Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen, durch die Herstellung hochwertiger Produkte kann in der Folge die Lebensqualität in den Regionen erhöht werden. Der Holzbau könnte nach den letzten Jahren mit immensen Schäden durch den Borkenkäfer zur Stützung des heimischen Holzmarktes und der Holzwirtschaft beitragen. Holz mit Käferbefall verfügt oft noch über gute Festigkeits- und Tragfähigkeitswerte. Der Holzbau muss dabei Hand in Hand mit einer nachhaltigen Bewirtschaftung von ökologisch wertvollen und stabilen Mischwäldern gehen. Dies wurde andernorts schon längst erkannt. So sind die waldreichen Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg führend beim Holzbau in Deutschland und weisen entsprechende Quoten bei Bauprojekten aus. Damit ist es nicht getan; denn in Holzbauweise werden mittlerweile – wir haben es schon gehört – sogar Hochhäuser errichtet. So weit muss es aber in Sachsen nicht kommen. Es gibt jedoch bereits etliche Holzbauten im kommunalen Bereich. Ich erinnere hier an Kindertagesstätten, die in Holzbauweise errichtet wurden, an Schulen oder Verwaltungsgebäude. Daran wollen wir mit den fünf landeseigenen Vorhaben anknüpfen. Beispiele sind genannt worden. Ich würde sie unterstützen. Einen Wermutstropfen gibt es dennoch: Es sind derzeit nicht genug Fachkräfte im Holzbau tätig, obwohl die Nachfrage auf dem Gebiet weiter steigt. Sollten wir zukünftig ein Kompetenzzentrum Holzbau in Sachsen einrichten, wäre das ein richtiger Schritt, um hier mittelfristig für Abhilfe zu sorgen. Dafür gibt es in Sachsen geeignete Standorte. Ich möchte für den Südraum Leipzig werben. Das könnte den Strukturwandel genau in dieser Region befördern. Trotz all der bekannten Vorzüge hat der Holzbau seine Potenziale bisher noch nicht ausgeschöpft. In Sachsen haben wir jetzt die Chance, den Holzbau voranzubringen. Ich bitte Sie daher um Zustimmung zu unserem Antrag. Danke schön. (Beifall bei der SPD, der CDU und den BÜNDNISGRÜNEN) Dritte Vizepräsidentin Luise Neuhaus-Wartenberg: Das war Volkmar Winkler für die SPD-Fraktion. Jetzt spricht für die AfD-Fraktion Kollege Hahn.

Alle Reden von Volkmar Winkler Protokoll ↗