Volkmar Winkler
Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Unsere Landwirtschaft hat witterungsbedingt mehrere schwierige Wirtschaftsjahre hinter sich und muss sich in ihrer Wirtschaftsweise in Zukunft vielen neuen Herausforderungen anpassen – darüber ist schon gesprochen worden. Die Darstellung unserer Landwirtschaft in der öffentlichen Debatte – und dabei spielt es nicht die Rolle, ob konventionell oder ökologisch – hat nicht nur meiner Meinung nach einen gefährlichen Tiefpunkt erreicht. Wir sind alle aufgerufen, daran etwas zu ändern. Was dieser für uns alle wichtige Wirtschaftszweig braucht und verdient, ist Anerkennung, Wertschätzung für die vielen öffentlichen Leistungen, die bis jetzt schon erbracht wurden – und das sind nicht wenige – und die dieser Bereich auch noch in Zukunft erbringen soll und muss. Wir dürfen die ökologische und konventionelle Landwirtschaft, wie das teilweise heute schon durchkam, nicht gegeneinander ausspielen, sondern in diesen Prozess mitnehmen, denn beide können voneinander profitieren. Wir dürfen nicht zulassen, dass das Wirken weniger schwarzer Schafe in der Landwirtschaft auf die gesamte Landwirtschaft abfärbt. Es ist unsere Aufgabe, sie in diesen Prozess einzubeziehen. Ohne deren Akzeptanz und proaktive Mitwirkung wird es nicht gehen. Fakt ist: Die Kernaufgabe unserer Landwirte ist und bleibt es, Nahrungsmittel zu produzieren; denn essen wollen, nein, essen müssen wir alle. Das wird aber nur schwerlich möglich sein ohne einen nachhaltigen Umgang mit den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen, so wie das eben mein Kollege Volkmar Zschocke schon gesagt hat. Diesen Umgang zu forcieren, ohne die Landwirte dabei in den Ruin zu treiben, ist unsere gemeinsame Aufgabe. Das geht mit Sicherheit auch mit den von der SPD geforderten Reformen der gemeinsamen Agrarpolitik der EU nach dem Prinzip, öffentliches Geld für öffentliche Leistung. Ziel dabei ist nicht die Kürzung der Agrarförderung – ganz im Gegenteil –, sondern deren Bindung an Kriterien, aber auch an gerechte Verteilungsmaßstäbe. Dieser Umstellungsprozess ist auf lange Sicht angelegt und soll Schritt für Schritt durchgeführt werden. Ich nutze die Gelegenheit dieser Aktuellen Debatte, Sie dazu einzuladen, sich an der Neuausrichtung zu beteiligen, die auch in Sachsen zur Systemrelevanz auf der harten Seite der Landwirte in der öffentlichen Wahrnehmung beitragen kann. Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPD und vereinzelt bei der CDU und den GRÜNEN – Beifall des Staatsministers Wolfram Günther) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Das war Kollege Winkler von der SPD-Fraktion. Wir könnten jetzt in eine dritte Rederunde einsteigen. – Für die CDU Herr von Breitenbuch, bitte schön.
