Henning Homann
Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Erst einmal vielen Dank für die Diskussion. Ich denke, dass an dieser Stelle noch einmal klargeworden ist, dass die Frage von Ausbildung und die Frage, welchen Stellenwert Ausbildung hat, als Allererstes auch eine Frage der Haltung ist: nicht anzufangen und zu sagen, das Studium sei das Bessere oder das Schlechtere oder die Ausbildung sei das Bessere oder das Schlechtere, sondern zu sagen: Beides ist gleichwertig, jede und jeder wird gebraucht. Ich möchte an dieser Stelle noch einmal eine Sache betonen, weil ich glaube, dass diese Haltung noch einen ganzen Schritt früher beginnt als in der beruflichen Bildung. Ich finde zum Beispiel, dass es eine der wichtigsten Entscheidungen – mit welchem Blick wir auf junge Menschen in der letzten Legislaturperiode schauen – war, dass wir es endlich durchgesetzt haben, dass Oberschullehrer genauso gut bezahlt werden wie Gymnasiallehrer. (Beifall bei der SPD) Das bringt eine Haltung zum Ausdruck. Diese Haltung heißt: Ihr seid alle gleich viel wert. Das müssen wir fortsetzen. Es überrascht mich jetzt nicht, Herr Weigand, dass Sie das alles nicht so gut finden. Die AfD ist ja in weiten Teilen gegen den Mindestlohn gewesen. Jetzt finden Sie die Mindestvergütung für Auszubildende nicht so gut. Das kann ich auch verstehen. Ich glaube, dass die Botschaft draußen angekommen ist, dass Sie der Meinung sind, dass Auszubildende nur 500 Euro bekommen sollen. Ich meine, Sie haben gesagt, dass Sie Ihren Dachdecker und Klempner so schätzen. Bei dem bekommen die Azubis im Monat jetzt schon 650 Euro im ersten Lehrjahr. Ich glaube, das ist auch draußen angekommen. Das wundert mich auch nicht. Ich denke, dass gute Politik – auf der einen Seite wir als Sozialdemokratie – die Auszubildenden und die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Blick hat, aber andererseits auch die Perspektive der Unternehmen kennt, dass Sie Ihre Politik nur aus Sicht der Unternehmen diskutieren. Das spricht eher für Sie. Ich möchte an dieser Stelle aber sagen: Wir werden es nicht zulassen, dass Sie die Axt an die Grundlage unserer solidarischen Gesellschaft legen. Wenn Sie von Steuern als Ausbeutung sprechen, dann muss man hierbei genau hinhören. Steuern sind keine Ausbeutung. Davon werden die Lehrerinnen und Lehrer, die Schulen, die Straßen, die Polizei und unser gesellschaftlicher Zusammenhalt finanziert. Wer sagt, das sei Ausbeutung, der legt die Axt an das Solidarsystem in Deutschland. (Beifall bei der SPD) Das einfache Prinzip, dass diejenigen, die mehr Geld haben, auch mehr dazu beitragen können, ist ganz elementar. Dass Sie das anders sehen, ist klar, wenn ich sehe, wer Sie finanziert. Wir werden das aber nicht zulassen. (Heiterkeit bei der AfD – Beifall bei der SPD) Die Großspenden der Großindustriellen sind allgemein bekannt. (Zuruf von der AfD: Die kommen doch bei Ihnen an!) Auf einen Punkt will ich noch eingehen. Ich möchte nämlich für eine Sache noch einmal sensibilisieren. Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Gestatten Sie eine Zwischenfrage, Herr Homann?
