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Volkmar Winkler

SPD 30.01.2020 Sitzungen 7/6

Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Auch ich möchte mich zu Beginn meiner Ausführungen bei der Fraktion der BÜNDNISGRÜNEN und speziell beim Kollegen Volkmar Zschocke für diese Aktuelle Debatte über die dramatische Situation in unseren Wäldern bedanken. Dieses Thema ist aktueller denn je. Was ich vermisse, ist der Aufschrei in unserer Gesellschaft, den es bisher so nicht gegeben hat. Wenn wir uns an die 1980er-Jahre erinnern, dann war dieser Aufschrei damals viel größer als jetzt, obwohl wir im Jahr 2019 die größte Schadensbelastung durch den Borkenkäfer hatten, die je festgestellt wurde. Wir haben es gehört: Der Klimawandel und daraus folgend orkanartige Stürme, Trockenheit und Schädlingsbefall versetzen unsere Wälder in einen katastrophalen Zustand. Die Zahlen sind genannt worden; ich möchte darauf verzichten, diese noch einmal zu nennen. Wir brauchen ein gemeinsames Handeln. Das besagt auch der Titel der aktuellen Debatte zur Rettung unserer Wälder. Es ist aber unsere Aufgabe, die Bevölkerung auf diese besondere Situation aufmerksam zu machen und sie bezüglich der zu erwartenden Veränderungen zu sensibilisieren. Das Waldsterben hat das Bild unseres Waldes sehr stark verändert und wird es auch in Zukunft weiter verändern. Die Zukunftssorgen um unseren Wald scheinen aber nur diejenigen zu teilen, die unmittelbar damit zu tun haben. Ich bin deshalb unserem nordsächsischen Landrat Kai Emanuel sehr dankbar, dass er in seiner Neujahrsrede vor circa 14 Tagen seine Zukunftssorgen bezüglich unseres Waldes deutlich gemacht hat. Ich zitiere: „Starke Stürme, anhaltende Trockenheit und in der Folge starker Schädlingsbefall haben ein Waldsterben in dramatischen Größenordnungen verursacht, was in der Öffentlichkeit aber kaum eine Rolle spielt.“ Er wies ferner mit aller Deutlichkeit darauf hin, dass wir uns vehement darum kümmern müssen, eine unserer Lebensgrundlagen zu sichern. Meine Damen und Herren! Wir brauchen in Zukunft die breite Öffentlichkeit, vor allem deren Verständnis und deren Unterstützung. Wir müssen die Waldumwandlung zu robusten Mischwäldern beschleunigen. Wir sollten aber auch mehr denn je den Wald mehren, das heißt mehr Bäume anpflanzen. Wir brauchen auch das Verständnis der Bevölkerung für die Umstände, die die Beseitigung dieser Millionen Kubikmeter Schadholz mit sich bringen. Schwere Technik wird nicht nur für Unruhe in unseren Wäldern sorgen, sondern auch in den waldnahen Ortschaften durch den notwendigen Abtransport. Wir werden in den nächsten Monaten ein Stück weit auf die Erholungsfunktion des Waldes verzichten müssen, weil der Wald und damit die Wanderwege in Mitleidenschaft gezogen werden und deshalb ein Begehen teilweise unmöglich sein wird. Es ist also Eile geboten. Das Schadholz muss aus dem Wald heraus, sonst bekommen wir diese katastrophale Borkenkäferplage nicht in den Griff. Unsere Privat- und Körperschaftswaldbesitzer sind – wir haben es gehört – überfordert. Die durch das Überangebot an Nutzholz gefallenen Holzpreise lassen ein wirtschaftliches Handeln im Wald nicht mehr zu. Die Kapazitäten an Technik und Personal sind ausgereizt. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an den Notruf unserer sächsischen Waldbesitzer in Form eines offenen Briefes vom Juli letzten Jahres. Sachsens Privat- und Körperschaftswaldbesitzer brauchen ebenso unsere Hilfe. Die jetzt im Rahmen der Regierungsklausur zugesagten zusätzlichen Mittel in Höhe von 52 Millionen Euro für das Jahr 2020 und die Aufstockung des Personals im kommenden Jahr sind ein deutliches Zeichen, um Waldfunktionsverluste und Vermögensschäden im Staats-, Körperschafts- und Privatwald so weit wie möglich zu reduzieren und vor allem die Gefahrenabwehr so schnell wie möglich voranzutreiben. Dazu gehört auch die Zusage zur Kofinanzierung von Bundesmitteln zur Hilfe für unsere Privat- und Körperschaftswaldbesitzer. Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass unser wichtiges Ökosystem Wald nicht zusammenbricht und kein Waldsterben 2.0 eintritt. Dafür müssen wir nicht nur den Waldumbau forcieren und zu mehr naturnahen Waldbeständen zurückkehren, sondern aktuell auch den wirtschaftlichen Druck aus den Waldbeständen nehmen. Den Wald brauchen wir für den Klimaschutz, meine Damen und Herren, und zwar als sogenannte CO -Senke. Auch diese Zusammenhänge gilt es zu bedenken. Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPD, der CDU und den BÜNDNISGRÜNEN)

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