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Albrecht Pallas

SPD 30.01.2020 Sitzungen 7/6

Das Vereinigte Königreich hat das gemeinsam mit Frankreich und anderen Ländern trotz der Millionen Toten und des unsäglichen Leides während des vom Deutschen Reich begonnenen Zweiten Weltkrieges möglich gemacht. Nur dadurch leben die Menschen in unserem Land und der gesamten EU seit 75 Jahren in Frieden. Meine Damen und Herren, die Auswirkungen des Brexits werden wir deutlich zu spüren bekommen. Als Europäer hoffe ich inständig, dass wir uns diese guten Beziehungen zwischen den Völkern erhalten können. (Norbert Mayer, AfD: Zum Thema, bitte!) Das ist auch unsere Aufgabe hier in Sachsen. Europa ist und bleibt die Zukunft. Ich hoffe, dass die Britinnen und Briten irgendwann wieder in die Mitte der Europäischen Union zurückkehren. (Zurufe von der AfD) Deshalb sollte unsere Hand ausgestreckt bleiben. Für mich ist das der eigentliche Kern der heutigen Aktuellen Debatte. Eine Ablehnung einer sächsischen Unterstützung für die Defender-Übung ist noch keine Friedenspolitik, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPD – Zurufe von der AfD) Ein aktives Wirken für Völkerverständigung und interkulturellen Austausch ist dies sehr wohl. Trotz aller berechtigten und unberechtigten Kritik an den derzeitigen Regierungen in Großbritannien, den USA oder Russland dürfen wir nicht die ganzen Völker in Mithaftung nehmen. Wir müssen die Brücken zwischen unseren Kulturen erhalten. Dafür stehen in Deutschland und Sachsen wichtige Akteure zur Verfügung, die sich um einen Dialog zwischen den Kulturen bemühen. Als sächsische Akteure möchte ich beispielhaft das Deutsch-Amerikanische Institut Sachsen, das Dresdner Osteuropainstitut oder die Deutsch-Britische Gesellschaft nennen. Deren Wirken wird nun umso wichtiger. Als Politik sollten wir diese Akteure nach besten Kräften unterstützen. Die SPD macht dies bereits und wird sich auch weiterhin für ein soziales Europa des Friedens und der Freiheit einsetzen. Das haben gestern die sozialdemokratischen Mitglieder des Europäischen Parlaments mit der Abschiedsformel für die Labour-Abgeordneten „It’s not goodbye – it’s au revoir”“ gezeigt. Ich bin immer noch bewegt davon. Ich weiß nicht, wer von Ihnen es gesehen hat. Ich bin bewegt von dem Moment, als das Parlament nach der Entscheidung zum Abschied „Auld Lang Syne“ gesungen hat. Deshalb möchte ich mit der deutschen Übersetzung des Liedes schließen: „Nehmt Abschied, Brüder, ungewiss ist alle Wiederkehr, die Zukunft liegt in Finsternis und macht das Herz uns schwer. Der Himmel wölbt sich überm Land. Ade, auf Wiedersehn! Wir ruhen all in Gottes Hand. Lebt wohl, auf Wiedersehn.“ Vielen Dank. (Beifall bei der SPD, der CDU, den BÜNDNISGRÜNEN und der Staatsregierung)

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