Ronald Pohle
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Als ich den Titel las, habe ich mich gefragt, wie die Debatte laufen werde. Wie näherst du dich ihr? Wie bereitest du dich vor? Herr Wippel, als Sie eingestiegen sind, habe ich mal zu Ihrer Fraktion geschaut und festgestellt, dass Sie so reflexartig auf die neue Staatsministerin reagiert haben. Haben Sie Angst vor Frauen? Kann das sein? (Vereinzelt Beifall bei den LINKEN, den BÜNDNISGRÜNEN und der SPD) – So reflexartig, weil Sie etwas herbeiziehen, um etwas zu einem Popanz zu machen. (Sebastian Wippel, AfD: Wenn Sie keine Argumente haben, müssen Sie irgendetwas mit Sexismus erfinden!) – Es war nur eine Anregung. Die Geschmäcker sind ja verschieden, und wir wissen natürlich auch, dass wir uns alle weiterentwickeln. Insofern habe ich mir die ganze Zeit überlegt: Wie machst du das jetzt? Herr Wippel, Achtung, Respekt und Würde ... Ich zitiere jetzt ganz einfach aus dem Talmud extra für Sie. „Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte. Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen. Achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten. Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter. Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.“ Diese Worte wollen uns sagen, dass wir uns alle in einem Entwicklungsprozess befinden. (Jörg Urban, AfD: Sagen Sie das der Frau Meier!) Als ich so alt war wie die Staatsministerin – das war zu schweren Ostzeiten –, war ich auch ein Bürgerschreck, und ich gebe zu, mir wäre es wahrscheinlich nicht gut ergangen, wenn ich nicht die Flucht nach Westdeutschland gewagt hätte. Insofern möchte ich Ihnen, Frau Staatsministerin, sagen: Ich hoffe, dass Sie diese Chance, die wir Ihnen hier einräumen, auch anderweitig nutzen, und ich möchte Ihnen im Interesse der Bürgerinnen und Bürger dieses Freistaates immer einen guten Überblick und einen festen Wertekompass wünschen, damit Sie eine gute Arbeit im Interesse des Freistaates machen. (Beifall bei der CDU, den BÜNDNISGRÜNEN und der SPD) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Vielen Dank, Kollege Pohle von der CDU-Fraktion. Jetzt wäre in der Reihenfolge die Fraktion DIE LINKE dran. Es sind leider nur noch drei Sekunden übrig. Ich denke, Sie verzichten auf Ihren Redebeitrag und ich kann an die Fraktion BÜNDNISGRÜNE übergeben – eine Minute und 46 Sekunden haben Sie noch. – Das wird nicht gewünscht. Die SPD-Fraktion hat ebenfalls nur noch 3 Sekunden. Das bedeutet, wir fangen wieder von vorn an mit der AfDFraktion. Noch vier Minuten und 44 Sekunden; Herr Wippel, bitte schön.
