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Christoph Rudolf Schaufert

AfD 29.04.2026 Sitzungen 17/47

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kollegen Abgeordnete! Liebe Saarländerinnen und Saarländer! Wenn man solche Formulierungen liest, dass stereotype Vorstellungen von männlichen und weiblichen Rollenbildern echte Gleichberechtigung verhindern, könnte man meinen, wir befänden uns im Jahr 1950, nicht im Jahr 2026. Falls es noch nicht aufgefallen ist, werte Kollegen: Die Realität hat Ihren Antrag längst überholt. Die Gleichstellung von Mann und Frau ist in unserem Land nicht nur gesetzlich verankert, sie ist gesellschaftlich und beruflich längst Realität. Mehr noch: Wer heute mit offenen Augen durch die Behörden und Institutionen unseres Landes geht, wird feststellen, dass das Pendel in weiten Teilen bereits in die entgegengesetzte Richtung ausgeschlagen ist. Schauen wir uns einmal die echten Fakten an, statt ideologische Schreckgespenster an die Wand zu malen. Sie fordern eine Beseitigung von angeblichen Nachteilen. Doch wie sieht es im öffentlichen Dienst aus, dem größten Arbeitgeber, bei dem der Staat direkt steuern kann? Laut dem Personalreport 2025 des DGB liegt der Frauenanteil im öffentlichen Dienst in Deutschland bei massiven 59 Prozent. Auch hier bei uns im Saarland hat der Frauenanteil in den öffentlichen Verwaltungen die 50-Prozent-Marke längst überschritten, wie bereits im Sechsten Landesgleichstellungsbericht stolz verkündet wurde. Es gibt allenthalben überaus strenge Frauenförderpläne - wenn man es genau nimmt, keine Förderung, sondern eine institutionalisierte Bevorzugung. Wenn ein hochqualifizierter junger Familienvater eine Stelle in der Verwaltung nicht bekommt, weil die Quote eine Frau verlangt, dann reden wir nicht über den Abbau von struktureller Diskriminierung, sondern über den gezielten Aufbau von Diskriminierung, und zwar von Männern. Auch kommen Sie im Antrag nicht umhin, mit dem oft widerlegten Argument des angeblichen Gender-Pay-Gap anzutreten. Wir alle wissen - das Statistische Bundesamt bestätigt dies regelmäßig -, dass dieser unbereinigte Wert Äpfel mit Birnen vergleicht. Rechnet man Teilzeit, Berufswahl und Erfahrung heraus, schrumpft diese Lücke auf ein nicht existentes Minimum. Gerade im öffentlichen Dienst und in der saarländischen Landesverwaltung gilt das Tarif- und Besoldungsrecht. Kommen wir aber zu dem Punkt, der den Antrag wirklich amüsant, wenn nicht gar völlig absurd macht. Sie beklagen vehement starre Geschlechterrollen und die Ungleichheit zwischen Männern und Frauen. Gleichzeitig haben Sie auf Bundesebene mit dem sogenannten Selbstbestimmungsgesetz dafür gesorgt, dass die Geschlechter ab sofort nur noch Gefühlssache sind. Es entbehrt nicht einer gewissen sarkastischen Komik: Auf der einen Seite zementieren Sie in Ihren Gleichstellungsstrategien und Quotenregeln das binäre Geschlechtersystem aus Mann und Frau, um Posten zu verteilen. Auf der anderen Seite dekonstruieren Sie genau diese Geschlechter in der Gesellschaft völlig. Auf das neue, von Ihnen kürzlich liebgewonnene Phänomen der digitalen Gewalt kann ich nicht mehr eingehen. Kurz: Dieser Antrag löst keine Probleme, er erfindet welche. Die Frauen in unserem Land sind hervorragend aufgestellt, top ausgebildet und besetzen ihren Platz im Leben aus eigener Kraft und Leistung.

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