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Christina Baltes

SPD 27.08.2025 Sitzungen 17/39

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Saarländerinnen und Saarländer! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Eine Krebsdiagnose verändert alles. Sie kommt oft plötzlich, ist ein Schock und löst Angst, Unsicherheit und viele Fragen aus. Für die Betroffenen und ihre Familien ist das Leben von einem Tag auf den anderen anders. Sie fragen sich: Wie geht es weiter? Doch Krebs ist heute besser behandelbar als je zuvor. Moderne Medizin, Früherkennung und Forschung haben die Heilungschancen deutlich verbessert. Trotzdem bleibt Krebs eine der größten Herausforderungen unserer Zeit, auch im Saarland. Darum brauchen wir, liebe Kolleginnen und Kollegen, starke Strukturen. Ein zentrales Instrument im Kampf gegen Krebs ist das Krebsregister. Es erfasst systematisch Daten über Erkrankungen, Behandlungen und Verläufe. Diese Informationen helfen Ärztinnen und Ärzten, Therapien gezielt zu verbessern, die Qualität der Versorgung zu sichern und die Forschung weiterzuentwickeln. Ohne das Register wäre moderne Krebsmedizin heute kaum denkbar. Jedes Register, jede Datenerhebung und jede Reform hat am Ende nur ein Ziel: Den Menschen zu helfen, die von einer Krebserkrankung betroffen sind. Ein starkes Register rettet zwar direkt keine Leben, doch es trägt entscheidend dazu bei, Therapien wirksamer zu machen, Abläufe zu verkürzen und die Früherkennung zu verbessern. Genau deshalb ist es so wichtig, dass wir das Saarländische Krebsregister jetzt auch wieder rechtlich auf den neuesten Stand bringen. Die aktuelle Gesetzesänderung ist notwendig, weil der Gemeinsame Bundesausschuss die Anforderung an Krebsregister erstmals bundesweit klar definiert hat. Dabei geht es im Kern um zwei zentrale Aufgaben: Erstens die Qualitätssicherung in der onkologischen Versorgung und zweitens die Mitwirkung bei organisierten Krebsfrüherkennungsprogrammen etwa bei Brust-, Darm- oder Gebärmutterhalskrebs. Mit dieser Anpassung schaffen wir Rechtsklarheit und Planungssicherheit. Das Saarländische Krebsregister arbeitet nach bundesweit einheitlichen Vorgaben. Das bedeutet ganz konkret: Daten werden gezielter erhoben, besser verarbeitet und so genutzt, dass Patientinnen und Patienten direkt davon profitieren. Gerade hier zeigt sich, wie eng Forschung und Versorgung und Prävention zusammengehören. Auch die Früherkennung ist ein entscheidender Schlüssel im Kampf gegen Krebs. Wer rechtzeitig Vorsorgeuntersuchungen wahrnimmt, hat deutlich bessere Heilungschancen. Deshalb übernehmen die Krankenkassen wichtige Untersuchungen, etwa für Darm-, Brust-, Haut-, Gebärmutterhals- und Prostatakrebs. Besonders erwähnenswert ist, dass seit April 2025 Frauen schon ab 50 Jahren eine eigene Darmkrebsvorsorgeuntersuchung machen lassen können. Das rettet Leben. Es gibt aber auch Lücken. Untersuchungen wie Ultraschall bei dichtem Brustgewebe oder moderne Abstriche gelten als IGeL-Leistungen und müssen privat bezahlt werden. Hier müssen wir fragen: Ist es nicht sinnvoller, frühzeitig zu investieren, anstatt später die hohen Kosten einer Krebserkrankung zu tragen? Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir sehen, das Krebsregister, die Forschung und die Früherkennung bilden zusammen das Rückgrat einer modernen Krebsversorgung. Sie geben Betroffenen Hoffnung und konkrete Hilfe. Die Sterblichkeit geht zurück, die Überlebenszeit steigt. Das ist ein Erfolg, auf dem wir aufbauen müssen. Darum bitte ich Sie um Ihre Zustimmung zu dieser Gesetzesänderung. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass das Saarland auch in Zukunft eine Vorreiterrolle im Kampf gegen Krebs einnimmt. Sehr geehrte Frau Präsidentin, wenn Sie erlauben, möchte ich mit den Worten von Arthur Schopenhauer schließen: „Die Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.“ - Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall von der SPD und der CDU.)

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