landtag-saar.de ↗

Kira Braun

SPD 07.05.2025 Sitzungen 17/37

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine Damen und Herren! Ich bin meinen beiden Kolleginnen Réka Klein und Sevim Kaya-Karadağ sehr dankbar, dass sie dieses Thema in einem Antrag und heute hier am Rednerpult so gut vorgestellt haben. Sie haben die Wichtigkeit unterstrichen, weshalb wir uns dieser Thematik heute nähern, denn zu oft sind junge Frauen und Mädchen davon betroffen, oft unter den Augen vieler anderer Menschen, in überfüllten Bars, in der Gastronomie oder in Clubs. Einen Punkt möchte ich gerne ergänzen. Es bringt mich auf die Palme, dass wir uns an solche Zustände gewöhnt haben: Junge Frauen und Mädchen besuchen einen Drogeriemarkt, gehen an Ausstellern vorbei, in denen diese K. ‑ o. ‑ Armbänder zu finden sind, und nebendran sind bunte Pappdeckel, die man über sein Getränk stülpen soll. Dafür sollen Frauen Geld bezahlen. Wir haben uns längst daran gewöhnt, dass die Verantwortung bei den Opfern liegt und nicht bei den Tätern oder an anderen Stellen. Das ist die Realität. Ich will noch ein perfides Beispiel nennen, um zu zeigen, wie sicher sich Täter, die so häufig Männer sind, in unserer Gesellschaft fühlen. Im Vorfeld zu dem heutigen Tag habe ich ein Video ins Internet gestellt, und zwar auf TikTok. In diesem Video habe ich erklärt, wie gefährlich K. ‑ o. ‑ Tropfen sind, was K. ‑ o. ‑ Tropfen mit den Frauen machen, die sie in das Glas gemischt bekommen. Ein Mann hat mit seinem Klarnamen darunter kommentiert: Jetzt machst du Werbung für die Dinger und sagst nicht, wo man sie kaufen kann. - Dieser Kommentar sagt wahnsinnig viel aus. Er zeigt, wie sicher sich manche Männer fühlen, zu sicher, weil sie zu oft straflos davonkommen. Zugleich muss man aber auch deutlich sagen - der Minister hat darauf hingewiesen -, dass es an manchen Stellen leider eine suggerierte Sicherheit gibt, die tatsächlich gar nicht eintrifft, nämlich dann, wenn Frauen sich für solche Produkte in Drogeriemärkten entscheiden, zum Beispiel Drinkcheck-Armbänder. Das ist kein verlässlicher Schutz. Zu Recht - das ist eigentlich ein perfider Zustand - bekommen junge Frauen und Mädchen von ihren Eltern eingebläut: Lass niemals dein Getränk unbeaufsichtigt stehen! - Frauen können nie sorglos feiern, sorglos unter andere Menschen, unter andere Männer gehen. Dass wir heute ein Zeichen setzen, auch in großer Gemeinsamkeit mit der CDU ‑ Fraktion, ist wahnsinnig wichtig. Ich bin unserem Minister dankbar, dass er sich in der nächsten Zeit dafür einsetzen wird, auch auf der Bundesratsebene, dass Initiativen, die auf dem Tisch liegen, zugestimmt wird, damit wir neben Prävention, die wahnsinnig wichtig ist, endlich auch ein klares Signal an die Täter, manchmal auch Täterinnen, senden, nämlich: Ihr kommt nicht straflos davon, ihr dürft euch nicht zu sicher fühlen. - Dafür bin ich sehr dankbar. (Beifall von der SPD und bei der CDU.) Der Antrag, den meine geschätzten Kolleginnen verfasst haben, liegt heute vor. Wir möchten die CDU bitten, dass Sie zustimmen. Wir haben gesehen, dass wir in dieselbe Richtung gehen. Wir wollen dieselben Maßnahmen auf den Weg bringen. Ich glaube, das wäre ein schönes Signal. - Vielen Dank. (Beifall von der SPD.)

Alle Reden von Kira Braun Protokoll ↗