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Kira Braun

SPD 09.10.2024 Sitzungen 17/30

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine Damen und Herren! Über 365 Tage sind seit dem barbarischen Angriff der Hamas auf Israel vergangen. Das sind über 525.600 Minuten, in denen Trauer, Angst und Wut das Leben vieler Menschen fest im Griff haben. Und auch wenn ein Jahr vergangen ist, sind die Wunden noch tief. Der Schmerz ist allgegenwärtig, auch bei Familie Louk. Der Name ihrer Tochter ist Ihnen vielleicht bekannt, er ging nämlich um die Welt: Sie hieß Shani. Sie war Deutsch-Israelin, ihre Mutter war aus Ravensburg. Am 7. Oktober besuchte Shani zusammen mit ihrem Freund das Supernova-Festival in der Negev-Wüste in der Nähe des Kibbuz Re’im, nicht weit vom Gazastreifen entfernt. Sie und mehr als 3.000 Besucherinnen und Besucher feierten an diesem Morgen des 7. Oktobers inmitten einer Wüstenlandschaft zu fröhlichen Beats. Sie kamen zum Feiern, zum Tanzen, um das Leben zu genießen. Um 6.35 Uhr stoppt die Musik. Schüsse fallen. Der Himmel färbt sich durch die Raketenangriffe. Shani wählt das letzte Mal die Nummer ihrer Mutter. Noch am selben Tag verbreitet sich ein Video im Netz. Heute wissen wir, was auf diesem Video zu sehen ist, nämlich der Leichnam von Shani auf einem Pickup, der durch den Gazastreifen fährt. Erst drei Wochen später bekommen Shanis Eltern die traurige Gewissheit, dass ihre Tochter nicht nur bewusstlos, sondern verstorben war. Ein Stück Schädelknochen, das im israelischen Grenzgebiet gefunden worden war, zerstörte die Hoffnungen der Familie. Erst sieben Monate später, im Mai 2024, entdeckten Soldaten im Norden des Gazastreifens mehrere Meter unter der Erde Shanis Leiche. An diesem 7. Oktober töteten Kämpfer aus dem Gazastreifen mehr als 360 Besucherinnen und Besucher des Festivals, 44 wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt und etliche wurden verletzt. Insgesamt wurden 251 Menschen als Geiseln nach Gaza entführt, von denen noch immer circa 101 in Gefangenschaft sind. Wie viele von ihnen heute noch leben, wissen wir nicht. Ich möchte an dieser Stelle ganz deutlich sagen, dass unsere Gedanken bei den Opfern, Angehörigen und Geiseln, die sich seit über einem Jahr in der schrecklichen Gewalt der Hamas befinden, sind. Ich will auch deutlich sagen, dass um jedes Leben gekämpft werden muss. Jedes Leben ist gleich viel wert. (Beifall von der SPD und der CDU.) Deswegen ist es nur menschlich, dass wir Mitleid mit den Menschen im Gazastreifen empfinden, die unter schwierigen humanitären Voraussetzungen leben und Freundinnen und Freunde sowie Familienangehörige verloren haben. Es ist nur menschlich, dass wir uns wünschen, dass (Abg. Braun (SPD)) das Leid dort ein Ende hat. Zugleich - das wird in der deutschen Debatte zunehmend ausgeklammert - bleibt es dabei, dass das Existenzrecht Israels unantastbar ist. Die Sicherheit Israels ist unverhandelbar. Deshalb sollten wir uns hüten, hier in Deutschland allzu leichtfertig kluge Ratschläge zu geben, was Israels Sicherheit nutzt und was ihr schadet. Israel - der Staat der Juden - ist das zivilisatorische Versprechen eines „Nie wieder“. Es schmerzt mich, wenn man beispielsweise beobachten muss, wie mit zweierlei Maß gemessen wird. Das kann und darf Deutschland aus seiner historischen Verantwortung heraus nicht widerspruchslos mittragen. Enden möchte ich mit den Worten von Ricarda Louk, der Mama von Shani. Dem SWR sagte sie an diesem Montag, dass sie, obwohl sie die Terroristen der Hamas nicht verstehen könne und sie sie für Monster halte, keinen Hass fühle. Sie hoffe weiter auf Frieden. - Vielen Dank und Schalom. (Beifall von der SPD und der CDU.)

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