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Sevim Kaya-Karadağ

SPD 06.02.2024 Sitzungen 17/22

Vielen Dank, Frau Präsidentin. - Ich möchte die Brücke schlagen: Für unsere Gesellschaft ist es von großer Bedeutung - und nie war es wichtiger als jetzt -, dass unsere Kinder wichtige soziale Kompetenzen, etwa den respektvollen und wertschätzenden Umgang, voneinander lernen, dass sie das Miteinander als etwas Positives erfahren. Die sogenannten Willkommensklassen aber fokussieren auf Kinder, deren Muttersprache eine andere Sprache als Deutsch ist. Diese dauerhafte Separierung von Kindern mit Sprachförderbedarfen widerspricht dem Inklusionsgedanken, lässt außer Acht, dass sprachliche und soziale Integration zusammenhängen. Wir wollen doch, dass sich Kinder und ihre Familien in Deutschland integrieren, wir müssen ihnen das aber auch ermöglichen! - Jetzt können Sie gerne klatschen, Herr Commerçon. (Beifall von der SPD. - Amüsierter Zuruf des Abgeordneten Commerçon (SPD).) Wissenschaftliche Studien bestätigen, dass integrative Modelle den Spracherwerb sinnvoll unterstützen können und dass Programme wie „Früh Deutsch lernen“ nicht mehr auf dem aktuellen wissenschaftlichen Stand sind. Für „Früh Deutsch lernen“ wurden Kinder mehrmals in der Woche aus ihrem gewohnten Kindergartenumfeld herausgenommen, in Schulen gebracht, um dort separiert von den anderen Kindern ihrer Kindergartengruppe Deutsch zu lernen. Hinzu kam, dass das Programm nicht alle Kinder erreichte, sondern ausschließlich Kindergartenkinder. Für die Eltern dieser Kinder wurde zudem zusätzlicher Aufwand durch die Abhol- und Bringsituation geschaffen. Uns erscheint das nicht als gute Lösung. Gut, dass man „Früh Deutsch lernen“ abgeschafft hat, so ist mehr Platz für neue, zeitgemäße Konzepte. (Beifall von der SPD.) Neue Konzepte wurden nun auch durch die Langzeitfolgen der Corona-Pandemie erforderlich, denn diese Pandemie hat teils gravierende Folgen für die sprachliche Entwicklung der Kinder mit sich gebracht. Doch auch darum kümmert sich die Landesregierung: Das Sprachförderkonzept wird gestärkt und weiterentwickelt. Es soll ein Konzept einer landesweit alltagsintegrierten und ganzheitlichen sprachlichen Bildung und Förderung aller Kinder in Kitas geben. Hierzu ist geplant, ab nächstem Jahr in einen strukturierten Prozess einzutreten, der alle Beteiligten einschließt. Sie sehen, dass eine Qualitätsoffensive zur Sprachförderung bereits in vollem Gange ist. Sie wird regelmäßig weiterentwickelt und an aktuelle Gegebenheiten angepasst. Es ist wichtig, dass alle, die hier aufwachsen, die deutsche Sprache lernen und beherrschen. Damit meine ich nicht nur diejenigen Kinder, die erst seit kurzer Zeit bei uns sind und die die deutsche Sprache von Grund auf erlernen müssen, sondern auch Kinder, deren Muttersprache Deutsch ist. Sie alle haben das Recht auf eine sprachliche Förderung, die sich an ihren Fähigkeiten und Bedarfen orientiert. Ab dem Jahr 2027 wird die Kita beitragsfrei sein. Damit werden auch Eltern ihre Kinder in der Kita anmelden, die bisher aus finanziellen Gründen auf den Kitabesuch verzichteten. Der Wegfall dieser Hürde bietet noch mehr Kindern die Chance, schon in der Kita Deutsch zu lernen. (Sprechen bei der CDU.) So werden sie besser Deutsch sprechen, wenn sie in die Grundschule kommen. Das ist ein weiterer Schritt hin zu mehr Bildungsgerechtigkeit. (Beifall von der SPD.) Unserer Landesregierung liegt die Sprachförderung als ein essenzieller Baustein des Bildungserfolgs am Herzen. Wir richten unsere Bildungseinrichtungen an den Bedarfen der Kinder und Jugendlichen aus, anstatt umgekehrt Kita-Kinder und Schülerinnen und Schüler an die Bildungseinrichtungen anzupassen. Wir orientieren uns nicht an Defiziten. Uns ist eine ganzheitliche Betrachtung wichtig, die bei den Fähigkeiten und Möglichkeiten ansetzt, die unsere Kinder mitbringen. Wir treiben eine ressourcenorientierte Entwicklung voran. Liebe Kolleginnen und Kollegen der CDU, ich weiß, dass Sie einen anderen Weg zur Sprachförderung bevorzugen. Aber wie Sie eben gehört haben, hat sich bereits vieles getan, und wir werden auch weiterhin daran arbeiten, um allen Kindern und Jugendlichen die bestmögliche Sprachförderung zu ermöglichen. Daher bitte ich Sie um Zustimmung zu unserem Antrag. - Glück auf! (Beifall von der SPD.)

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