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Carsten Becker

AfD 17.10.2023 Sitzungen 17/18

Vielen Dank, Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Liebe Saarländer! Ich glaube, Resignation und Enttäuschung über die Entscheidung vom 05. Oktober sind schon längst gewichen, bei mir ist eher Wut da - massive Wut auf viele Beteiligte, aber in erster Linie, das muss ich ehrlich sagen, über diese Ankündigungspolitik der Landesregierung. Man macht den Menschen immer wieder Hoffnung, man hält Ihnen einen Strohhalm hin, um ihn dann immer wieder wegzuziehen und die Hoffnungen damit zu zerstören. Ich war selbst 13 Jahre im Unternehmen, ich kenne auch Kai, ich habe mehr als ein Drittel meines Lebens im Unternehmen verbracht. 2019, nachdem das Unternehmen bekannt gegeben hat, dass der C-MAX ausläuft und die dritte Schicht wegfällt, hatten ich und viele damalige Kollegen das Gefühl, dass das ein Sterben auf Raten ist, die berühmte Salamitaktik. Wenn man sofort eine Werksschließung macht, wird das teuer für Ford, deshalb hat Ford schon im Jahr 2019 den Plan in der Tasche gehabt, hier eine Salamitaktik zu fahren und das Unternehmen Stück für Stück fertigzumachen. Wenn man sich mit Ford etwas beschäftigt, weiß man, das ist eine amerikanische Firma, die Amerikaner wollen Geld verdienen, die sind nicht hier, weil sie Saarlouis so toll finden, sondern weil sie hier am Standort über viele Jahrzehnte gutes Geld verdient haben. Sie haben dort gute Autos gebaut mit einer motivierten Mannschaft, mit tollen Kollegen, aber diese Zeiten sind jetzt leider vorbei. Man hat sich auf EU-Ebene dazu entschlossen, voll auf die Elektroschiene zu setzen. Das führt dazu, dass die guten, leistungsfähigen Verbrenner- und Dieselfahrzeuge, die sich gut verkauft haben, die die Kunden auch wollen, nicht mehr verkauft werden dürfen beziehungsweise mit horrenden Strafzahlungen verbunden sind, und dass man Elektroautos, die teuer sind und die kein Mensch will, anbieten muss. Das führt natürlich dazu, dass die vier Fertigungsstandorte - Craiova, Valencia, Saarlouis und Köln - nicht mehr ausgelastet sind und entsprechend Standorte geschlossen werden müssen. Dass dann der zweite Standort in Deutschland, das ist Saarlouis, auf der Kippe steht, war klar. Köln hält sich noch ein bisschen, dort ist der Europazentrale, dort sitzt das Management, die haben entsprechend bessere Chancen gehabt. Aber das ist die Vergangenheit, wir blicken in die Zukunft. (Abg. Becker (AfD)) Ich persönlich sehe schwarz, was die Investorensuche angeht. Ich denke, wir sollten den Menschen reinen Wein einschenken. Man sollte in die Zukunft blicken. Wenn man jung ist oder im mittleren Alter, sollte man sich die Frage stellen, ob man noch im Unternehmen bleiben sollte, und sich entsprechend etwas anderes sucht. Mein Kollege, Herr Dörr, hat es angesprochen. Es wäre vielleicht wesentlich vernünftiger, wenn wir auf unseren Mittelstand setzen würden, wenn wir den Unternehmen, die im Saarland erfolgreich sind, die expandieren wollen, sehr gute Rahmenbedingungen am Standort Röderberg anbieten würden. Wir sollten nicht nach dem Prinzip Hoffnung verfahren, sondern nach dem Prinzip Realismus. Wir sollten schauen, dass wir aus eigener Kraft hier etwas auf die Beine stellen. Ich kann es nur immer wieder sagen: Die Leute sind wütend, und ich kann das auch verstehen. Wenn man sich sagt: „Es ist vorbei, es bringt nichts mehr“, wird immer wieder die Hoffnung geweckt, und das muss einfach aufhören. Man muss jetzt klar sagen: Wir machen einen Sozialplan, es geht mit 1.000 Beschäftigten eventuell am Standort weiter, dort schaffen wir eine vernünftige Perspektive. Und dann schauen wir, wie wir den restlichen Röderberg aus eigener Hand entwickeln können. - Wir werden uns bei dem Antrag enthalten, er hat vernünftige Ansätze, aber tendenziell gehen wir da in eine andere Richtung. - Vielen Dank. (Beifall von der AfD.)

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