Christoph Rudolf Schaufert
Sehr geehrte Frau Präsidentin, verehrte Abgeordnete und Kollegen, liebe Zuhörer! Ich bin froh, dass man sich hier nur auf ein halbes Redezeitmodul geeinigt hat. Diese Unmenge an Ideologie muss man erst einmal verdauen. Immer das gleiche Muster, wenn es um diese Fragen geht: Die Chefs in den Unternehmen sind meistens Männer, die wissen die Arbeit von Frauen aus irgendwelchen Gründen einfach nicht zu schätzen. Nein, noch perfider: Da es Frauen sind, würde ihnen der gerechte Lohn boshaft und verschwörerisch vorenthalten und deshalb bekämen schließlich die Frauen weniger Gehalt. Das noch ein wenig vermischt mit Leugnung biologisch unabdingbarer Realitäten und schon hat man das, was eben vorgetragen wurde, die strukturelle Diskriminierung von Frauen, was das auch immer sein mag. Hier in Kürze nur ein paar allgemeine Anmerkungen. Auf den Visitenkarten meiner Grabungsfirma steht in ganz kleinen Minuskeln ein Lebensmotto von mir: „Unusquisque proprium habet donum ex deo, alius sic, alius vero sic“. Das ist eine Entnahme aus der Klosterregel des heiligen Benedikt und verkürzt entnommen aus dem Brief an die Korinther. In Gänze übersetzt meint das Zitat: „Ich wollte aber lieber, alle Menschen wären wie ich bin, aber ein jeglicher hat seine Gnadengabe von Gott, der eine so, der andere so.“ Dem ist nichts hinzuzufügen. Mann, Frau, auf dem Weg dorthin Kinder, Dicke, Dünne, Große, Kleine, Sportliche oder Gehandicapte, ob gesund, ob krank, Christ, Moslem, Jude, Hindu et cetera, ob schwarz, ob weiß oder was auch immer, wir alle sind als Menschen gleichwertig, aber bestimmt nicht gleich. Das ist der Grundfehler in der ganzen bislang vorgetragenen Ideologie, nicht nur bei dem Thema Mann und Frau. Gleich kann nur sein, was gleich ist. (Abg. Schaufert (AfD)) Das ist mit Verlaub kein einziger Mensch mit dem anderen, blicken wir uns nur einmal um. Ganz abstrus wird es natürlich, wenn man dann Menschen noch zu Gruppen zusammenfasst - hier einfach pauschalisiert Männer versus Frauen. Komisch, käme man auf die Idee und würde andere Gruppen zusammenfassen und argumentieren mit wir und die, bekäme man von Ihnen fix ein Etikett angeheftet. Aber Mann versus Frau geht immer, einfach mal zusammengefasst über alle Altersgruppen, Bildungs- und Ausbildungshistorien, jeglichen Gesundheitszustand und Lebensmodelle hinweg, nur damit man schön ideologisieren kann. Die gesetzlichen Regeln, die Tarifverträge sind eindeutig: gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Dies ist schon so festgeschrieben, zuletzt vom Bundesarbeitsgericht vor wenigen Wochen entschieden. Das Bundesarbeitsgericht räumte eines der letzten Argumente für Ungleichbezahlung bei nicht tarifgebunden Arbeitnehmern ab. Das Argument, Mitarbeiter xy habe eben besser verhandelt, zieht auch nicht mehr. Das ist alles auch gut so, das ist alles richtig und gibt jedem und jeder im Einzelfall eine gute Ausgangsposition, das Recht auf gerechte und verdiente Bezahlung durchzusetzen. Bei vorliegendem Antrag handelt es sich rein um einen ideologisch-propagandistischen Schaufensterantrag mit ein wenig Klassenkampf.
