Ulrich Commerçon
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen! Sehr geehrte Damen! Nach dieser Rede - das werden Sie verstehen - werde ich mich weder zur deutschen Grammatik, der strukturellen Benachteiligung von Frauen oder rechtspopulistischen Wortschöpfungen wie Sprachpolizei und Gender-Wahn einlassen. (Zuruf des Abgeordneten Schaufert (AfD).) Ich weise nur darauf hin, dass schon im ersten Satz, in der ersten Zeile Ihres Antrages im Übrigen ein grammatikalischer Fehler ist. Solange Sie den nicht ausmerzen, brauche ich das nicht weiter zu tun. Das ist schon alles, was an dieser Stelle zu Ihnen zu sagen ist. (Beifall von der SPD.) Meine Position zu gendergerechter Sprache ist bekannt. Wer nicht gendern will, soll es lassen; alle anderen sollen es dürfen. Die Vorteile gendergerechter Sprache sind offenkundig, aber wir sind hier nicht im sozialpädagogischen Seminar. Jede weitere sachliche Erklärung meinerseits wäre - ich hoffe, das darf ich sagen - Perlen vor die Säue geworfen, denn Sie, die Herren von der AfD, wollen ja nur deshalb über das Gendern reden, weil Sie abwertende und spaltende Ressentiments schüren wollen. Den Gefallen werde ich Ihnen nicht tun, meine Herren. (Beifall von der SPD.) Zu Wort gemeldet hatte ich mich, weil ich mir sicher war - leider habe ich die Bestätigung in der Rede gehört -, dass dieser heutige Antrag eben ein Reflex ist auf die Einlassungen des Kollegen Toscani gegen das Gendern beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk in der Diskussion um den Medienänderungsstaatsvertrag in unserer letzten Sitzung. Meinen Unmut darüber habe ich damals schon geäußert. Ich will jetzt anfügen: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es wieder heraus. Ich gebe zu, ich wähle selbst gerne deutliche, manchmal auch polemische Worte. Man muss aber auch immer wissen, ob man und welchen Leuten man damit den ideologischen Boden bereitet. Das sollten wir hier nicht zulassen. (Abg. Schäfer (CDU): Es ist zum Weggehen.) Ich kann Sie hier nicht halten. - Deshalb lehnt meine Fraktion nicht nur diesen Antrag, sondern auch jede Verschiebung der Debatte ins Rechts- (Abg. Commerçon (SPD)) populistische ab. Mehr ist dazu nicht zu sagen. - Vielen Dank für die Aufmerksamkeit und Glück auf! (Beifall von der SPD.)
