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Pascal Arweiler

SPD 18.05.2022 Sitzungen 17/2

Sehr geehrte Frau Landtagspräsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen! Olympia 2024 in Paris, da können wir uns zunächst einmal die Frage stellen, was wir damit eigentlich zu tun haben. Doch wenn wir uns etwas vertiefter damit auseinandersetzen, fällt schnell auf, dass die Olympischen Spiele auch für uns große Chancen mit sich bringen. Das letzte Mal, als Olympia so nah am Saarland war , war 1924. Austragungsort war schon damals Paris. Der entscheidende Unterschied zu damals: Paris und das Saarland sind ein gutes Stück näher gerückt, zwar nicht geografisch - das wäre schwierig geworden; da sind es immer noch vom Landtagsgebäude bis zum Élysée-Palast beispielsweise mit dem Auto 396 km -, doch durch TGV-Verbindung braucht man heute nur noch 1 Stunde und 51 Minuten von Saarbrücken nach Paris. Das ist nicht nur richtig schnell und klimaschonend, sondern es ist vor allem auch ganz bequem, da man die Fahrzeit effektiv für andere Dinge nutzen kann. Wir sollten diese Nähe zu Paris nicht ungenutzt lassen und die Potenziale der Olympischen Spiele für uns nutzen. Aus unserer Sicht könnten die Olympischen Spiele insbesondere im Bereich des Sports, des Tourismus oder auch in der Großregion eine Bereicherung mit sich bringen. Dazu sind drei Dinge wichtig. Erstens müssen wir schnell die Potenziale des Saarlandes für die drei genannten Bereiche im Rahmen der Olympischen Spiele prüfen, zweitens dann logischerweise auch klare realistische Ziele formulieren und drittens danach schnell die geeigneten Maßnahmen ergreifen, um so zu den Zielen zu kom- (Abg. Arweiler (SPD)) men. Das ist Europa, gemeinsam Chancen nutz en, im Saarland und in P aris! (Beifall von der SPD.) In allererster Linie könnten natürlich der saarländische Sport und die Hermann-Neuberger-Sportschule als sein Aushängeschild davon profitieren. Schon Monate vor Beginn der Olympischen Spiele nutzen die qualifizierten Sportlerinnen und Sportler aus der ganzen Welt die Zeit, um sich in den umliegenden Regionen des Austragungsortes zu akklimatisieren, an Trainingslagern oder auch an Wettkämpfen teilzunehmen. Sowohl für solche Trainingslager als auch für Wettkämpfe kann das Saarland mit der Hermann-Neuberger-Sportschule ein gutes Angebot unterbreiten. Knapp zwei Jahre vor den Spielen müssen wir aber jetzt die Bedingungen dafür schaffen und die Bedingungen auch an der Hermann-Neuberger-Schule verbessern, sodass sich die Chancen, Olympiateilnehmerinnen und Olympiateilnehmer ins Saarland zu locken, erhöhen. Hierzu gehören die Förderung der Infrastruktur, der Sportgeräte, aber auch des Personals an der Hermann-Neuberger-Schule. Jedoch kann insbesondere der Sanierungsstau an und in den Sportstätten der Hermann-Neuberger-Schule nicht innerhalb von zwei Jahren komplett abgebaut werden. Deshalb sollten wir eine Sanierung mit Köpfchen angehen. Was heißt das? Es wird wichtig sein, dass wir die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel für das Saarland nachhaltig einsetzen. Das Olympische Feuer in Paris wird nach einigen Tagen wieder erlöschen, doch die nach unseren Plänen sanierten Hallen und Sportstätten werden uns auch nach dem Erlöschen der Flammen noch weiterhin zur Verfügung stehen. Moderne Hallen, moderne Sportstätten für unser Land und für die Menschen, die hier leben, für Alt, für Jung, fürs Hobby oder den Leistungssport, für alle, das muss unser Ziel sein. (Beifall von der SPD.) Wir sollten uns daher auf einzelne Sportarten und ihre Sportstätten fokussieren, die sowohl für 2024 als auch darüber hinweg für die Hermann-Neuberger-Sportschule von Bedeutung sind. Das Saarland ist Sportland: Viele Saarländerinnen und Saarländer engagieren und betätigen sich mehrere Stunden in der Woche in ihrer Freizeit in unseren Sportvereinen. Viele denken jetzt sofort an Fußball, ich ehrlich gesagt am Anfang auch, aber wir sind im Saarland im Sport viel breiter und vielfältiger aufgestellt. Ich beispielsweise komme aus Köllerbach. Bei uns ist Ringen das große Ding - in Riegelsberg im Übrigen auch. Es sind aber noch weitere Beispiele zu nennen: Tischtennis, Leichtathletik, Badminton, Schwimmen. Die Liste ist endlos und es ist für jede und jeden etwas dabei. Da mit Blick auf 2024 nicht alle Sportstätten gleichermaßen gefördert werden können, muss in enger Abstimmung mit dem LSVS schon früh geklärt werden, auf welche Sportarten ein besonderer Fokus gelegt werden sollte, durch die für den saarländischen Sport auch nach den Olympischen Spielen ein Mehrwert besteht. So gelingt nachhaltiges, verantwortungsvolles und intelligentes Investieren, liebe Kolleginnen und Kollegen. (Beifall von der SPD.) Neben den Olympischen Sommerspielen in Paris und den Paralympics, die wir an dieser Stelle auch einmal erwähnen sollten, findet 2024 in den Sommermonaten ein weiteres Sportspektakel statt: die Fußballeuropameisterschaft in Deutschland. Zwar wird kein EM-Spiel im Ludwigspark ausgetragen - schön wär’s -, doch mit Frankfurt und Stuttgart sind auch hier zwei Austragungsorte nicht allzu weit entfernt. Wir sollten daher dafür kämpfen, dass wir nicht nur im Rahmen der Olympischen Spiele und der Paralympics Spitzensportlerinnen und Spitzensportler zu uns locken, sondern auch dafür werben, dass eine für die Fußballeuropameisterschaft qualifizierte Mannschaft ihre EM-Vorbereitung hier durchführt oder sogar ihr Mannschaftsquartier bei uns im Saarland aufschlägt. Auch das würde im fußballverrückten Saarland mit seinen starken Vereinen und seiner noch stärkeren Fankultur noch einen draufsetzen. (Beifall von der SPD.) In den letzten beiden Jahren hat der Sport aufgrund der Corona-Pandemie massiv gelitten. Es ist noch nicht allzu lange her, da konnten wir alle nicht einmal an einen normalen Trainingsbetrieb denken. Gleichzeitig - das müssen wir leider so sagen - ist nicht auszuschließen, dass durch eine neue Virusvariante, die wir heute noch nicht kennen, das Nervenkostüm vieler Sportlerinnen und Sportler erneut auf die Zerreißprobe gestellt wird. Die Olympischen Spiele in unserer Nähe könnten daher regelrecht als Booster für viele Sportlerinnen und Sportler, insbesondere aber auch für Kinder und Jugendliche wirken, die so nach der schweren Corona-Zeit wieder für den Sport in unseren Vereinen begeistert werden können. Daneben könnten die Olympischen Spiele für uns auch eine große Chance für den Tourismus und die Gastronomie bedeuten. Die schnelle Zugverbindung nach Paris habe ich schon genannt. Darüber hinaus kann man bei uns besonders gut und kostengünstig übernachten. Davon könnten nicht nur die Spitzensportlerinnen und Spitzensportler, sondern auch Touristinnen und Touristen profitieren. Aus diesem Grund muss das touristische Potenzial der Spiele für das Saarland genau überprüft werden. Die Touris- (Abg. Arweiler (SPD)) muszentrale des Landes soll daher ein umfassendes Mark etingkonzept für das Saarland im Rahmen der Spiele erarbeiten, um so für unser Bundesland zu werben. Weiterhin müssen wir auch den Austausch mit dem Hotel- und Gaststättengewerbe suchen, um auch auf diesem Weg für attraktive Angebote zu sorgen. Nur durch eine engere Verzahnung mit den Verantwortlichen des Hotel- und Gaststättengewerbes und dem damit verbundenen Marketingkonzept besteht die Möglichkeit, dass neben den Spitzensporter*innen dieser Welt auch Olympia- und Paralympictourist*innen den Weg zu uns ins Saarland finden werden. Zu guter Letzt bietet Olympia in Paris für uns auch eine neue Chance in der Großregion. Gerade bei uns wird die deutsch-französische Freundschaft intensiv gepflegt und tagtäglich gelebt. Im kommenden Jahr feiern wir im Übrigen 60 Jahre Élysée-Vertrag. Eine länderübergreifende Kooperation zwischen Frankreich und Deutschland im Rahmen der Spiele in Paris wäre ein weiteres positives Beispiel für die Freundschaft beider Länder. Wenn bei uns - also im Herzen Europas - ein solches grenzüberschreitendes Projekt gelingt, wäre dies ein wichtiges Zeichen für die Völkerfreundschaft. Liebe Kolleginnen und Kollegen, dies sind Zeichen, von denen wir gerade heutzutage wieder mehr in Europa benötigen! (Beifall von der SPD.) Der Kollege Waldraff hat es gesagt und auch Ank e Rehlinger als ehemalige Sportlerin und jetzige Ministerpräsidentin hat die Potenziale der Olympischen Spiele erkannt und in ihrer ersten Regierungserklärung genannt. Sie hat aber noch etwas getan: Sie hat diesbezüglich den Austausch mit der Bundesinnen- sowie Bundessportministerin Nancy Faeser gesucht. Auch das sollte man hier einmal betonen, denn es zeigt, dass das Thema bereits ganz oben angesiedelt ist. (Beifall von der SPD.) Es freut mich, dass auch die CDU die Potenziale für das Saarland nutzen und den saarländischen Sport unterstützen möchte, denn der saarländische Sport ist eine Gemeinschaftsaufgabe für uns alle! Jedoch müssen wir mit Blick auf unseren bescheidenen Haushalt - da wird mir der Finanzminister wahrscheinlich zustimmen - konkret, verantwortungsbewusst und insbesondere auch nachhaltig handeln. (Zuruf von der CDU: Aha!) Insbesondere mit Blick auf die Investitionen - aha! - in den Neubau oder die Sanierung unserer Sportstätten an der Hermann-Neuberger-Sportschule ist unser Antrag daher weitreichender. Aus diesem Grund müssen wir leider den Antrag der CDU-Landtagsfraktion ablehnen. Ich bitte um Zustimmung zum Antrag der SPD-Landtagsfraktion. Danke fürs Zuhören bei meiner Premierenrede. Es war etwas Besonderes. Glück auf! (Beifall von der SPD.)

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