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Dr. Matthias Reuber

CDU 17.09.2026 Sitzungen 19/7

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! In den vergangenen beiden Wochen wurden mit der PISA-Studie, aber auch mit dem Bildungsmonitor der INSM zwei Studien vorgestellt, die uns für unseren heutigen Antrag „Digitale Bildung verlässlich gestalten – Schulen zeitgemäß und gerecht ausstatten“ wertvolle Informationen liefern. So zeigen beide Studien zunächst einmal auf, dass wir in Deutschland, aber auch in Rheinland-Pfalz in den kommenden Jahren im Bildungsbereich vor großen Herausforderungen stehen. In vielen Kompetenzbereichen haben wir in den vergangenen Jahren verloren, teils erheblich. Diese Ergebnisse müssen wir nun ehrlich analysieren und daraus natürlich passende, konsequente Maßnahmen ableiten. Beide Studien und auch Analysen oder Berichte, wenn man sie sich zu den Studien anschaut, zeigen aber auch auf, dass wir mit der Digitalisierung Werkzeuge erhalten werden oder schon zum Teil erhalten haben, die bei der richtigen Anwendung dazu beitragen können, dass sich die Ergebnisse in Zukunft wieder verbessern. Als Koalitionsfraktionen sind wir uns einig, dass wir digitale Endgeräte für pädagogische Zwecke künftig viel stärker und zielgerichteter einsetzen wollen. Wir bekennen uns klar zu einer datengestützten Schul- und Unterrichtsentwicklung, weil wir davon überzeugt sind, dass sie Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften, aber auch Eltern helfen wird. Mehr Daten statt Bauchgefühl – das soll in Zukunft unser Maßstab in der Bildungspolitik sein. Daher werden wir verstärkt auf regelmäßige digitale Lernstandserhebungen setzen, um Schülerinnen und Schüler individueller, aber auch häufiger Rückmeldungen zu ihren Lernständen geben zu können und sie damit besser zu fördern. Auch Lehrkräften wollen wir auf diesem Weg wertvolle Informationen über ihre Schülerinnen und Schüler, aber auch über ihren eigenen Unterricht an die Hand geben. Dazu, meine Damen und Herren, benötigen wir natürlich flächendeck end im Land eine Ausstattung mit digitalen Endgeräten. Wir streben hier – und schlagen das auch im Antrag vor – landesweit eine Eins-zu-eins-Ausstattung aller Schülerinnen und Schüler mit Tablets beginnend ab der Jahrgangsstufe 7 an. Auch Lehrkräfte sollen natürlich digitale Endgeräte erhalten. Selbstverständlich benötigen wir auch einen entsprechenden IT-Support. Dann werden wir uns natürlich die Frage stellen müssen, was mit den Endgeräten alles gemacht werden und was nicht gemacht werden soll. Klar ist für uns, die digitalen Endgeräte sind ein zusätzliches, weiteres Werkzeug und kein Ersatz für bestehende Werkzeuge. Die Endgeräte liefern aber im Schulalltag eine Vielzahl an neuen Einsatzmöglichkeiten. Durch die Nutzung von zum Beispiel KI-Tools und adaptiven Lernmethoden ermöglichen wir im ganzen Land innovative und moderne Möglichkeiten zur Ergänzung des Unterrichts. Rückmeldetools für Schülerinnen und Schüler, aber auch für Lehrkräfte helfen, den eigenen Lernstand besser zu verstehen. Ausgestattet mit digitalen Lernmitteln bieten die Endgeräte in bestimmten Unterrichtssituationen eine sehr gute und wertvolle Ergänzung und Erweiterung zum klassischen Schulbuch oder Schulheft. Selbstverständlich aber wird und muss es auch im Zeitalter der Digitalisierung in Zukunft Phasen geben, in denen ohne Tablets mit Papier und Stift an Problemen gearbeitet, Wissen vertieft oder einfach nur etwas geschrieben wird. Bei allen positiven Aspekten einer zielgerichteten Nutzung von Digitalisierung muss es auch immer noch weiter analog funktionieren. (Beifall der CDU und bei der SPD) Klar ist für uns auch, dieser Antrag kann natürlich nur ein erster Schritt der Koalition sein. Er liefert die Grundlage für eine landesweite Ausstattung von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften mit Tablets und zeigt mit den digitalen Lernmitteln, aber auch mit den digitalen Lernstandserhebungen als Baustein einer evidenzbasierten Förderung und Schulentwicklung zwei konkrete Anwendungsgebiete auf. Weitere Schritte werden folgen. So werden wir uns intensiv noch mit der Medienkompetenz weiter auseinandersetzen. Hier wurde in den letzten Jahren schon einiges gemacht. Es gibt viele Instrumente in den Schulen, die genutzt werden können. Wir haben aber einen sehr dynamischen Prozess im Zeitalter der Digitalisierung und müssen diesen natürlich immer wieder auf den Prüfstand stellen und anpassen. Damit werden wir uns intensiv beschäftigen. Wir werden auch das große Thema der KI in Zukunft noch stärker bearbeiten. Da gibt es zahlreiche rechtliche und ethische Fragestellungen, die wir klären müssen. Auch auf Prüfungsformate wird KI Einfluss haben. Zuletzt werden wir natürlich auch, wenn wir mehr Digitalisierung in der Schule wollen, unsere Lehrkräfte entsprechend aus- und weiterbilden müssen. Auch dazu wird es in Zukunft noch Initiativen der Koalition geben. Meine Damen und Herren, digitale Bildung soll eines unserer zentralen Themenfelder im Bereich Bildung sein. Sie merken, wir haben das Thema mit all seinen Facetten im Blick und werden es konsequent Schritt für Schritt abarbeiten. Unser Ziel ist es dann, Digitalisierung so einzusetzen, dass sie den Schülerinnen und Schülern, den Lehrkräften, aber auch den Eltern hilft. (Beifall der CDU und bei der SPD) Dieser Antrag ist in dieser Legislaturperiode der erste Schritt in diese Richtung, und ich darf Sie um Zustimmung bitten. Vielen Dank. (Beifall der CDU und bei der SPD)

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