Katrin Eder
Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich habe den Antrag abgelehnt, obwohl ich immer einen Organspendeausweis bei mir trage. Diese Debatte hat gezeigt, wie schwierig diese Frage ist, wenn wir als Abgeordnete für alle Menschen die Verantwortung haben und über sie entscheiden. Diese Frage geht tief in die körperliche Selbstbestimmung. Die Debatte und die Ausführungen haben gezeigt, wie viele Facetten zu betrachten sind. Es gibt neue Abgeordnete. Wir hatten seit Freitagnachmittag fünf Tage Zeit, uns mit dieser Frage zu beschäftigen. Das ging ohne Beratung, Anhörung oder wissenschaftliche Begleitung. Wir haben persönliche Betroffenheiten gehört und Glaubensfragen. Was ist eigentlich passiert in Sachen Information in den letzten Jahren? Wie sieht die Ausgestaltung der Widerspruchslösung aus, wenn wir zum Beispiel darüber reden, dass man als Eltern Verantwortung hat, für seine Kinder zu entscheiden? Dann kommt noch das Novum in Ihrem Antrag hinzu, den Herz-Kreislauf-Tod zu adressieren. Dieses Thema ist keine Frage von Mehrheiten, von Koalitionen.
