Dr. Oliver Kusch
Herr Präsident, ich habe darauf hingewiesen, dass wir die Prüfung fordern. (Abg. Pia Schellhammer, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Und Einführung! Das ist ein Unterschied! Ist nicht ergebnisoffen!) Diese Woche ist von der deutschen Intensivmedizinergesellschaft ein 22-seitiges Diskussionspapier veröffentlicht worden, das auch genau diesen Punkt adressiert. Es soll geprüft werden, und wenn diese Prüfung dazu führt, dass man sich einigt, dass der zirkulatorische Tod der Tod des Menschen ist und danach direkt entnommen werden kann, nach dieser fünfminütigen Ruhezeit nach Ende der Reanimation, dann sollte es auch zugelassen werden, so wie es in anderen europäischen Ländern der Fall ist. Es muss aber natürlich vorher geprüft werden. Es muss natürlich diskutiert werden, und dann kann man es machen. Das sind zwei komplett unterschiedliche Sachen, die Widerspruchslösung und die Prüfung des Todes. (Abg. Pia Schellhammer, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: In einem zweiseitigen Antrag innerhalb von einer Woche!) – Ich weiß gar nicht, warum man dazu jetzt so ärgerlich reinrufen muss. (Abg. Pia Schellhammer, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Weil es eine ethische Grundsatzfrage ist!) Es geht nicht darum, irgendjemandem irgendetwas nicht zu gönnen oder irgendetwas zu wollen, was unethisch ist, (Abg. Pia Schellhammer, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Das hat damit nichts zu tun!) sondern es geht darum, Menschen zu helfen, die ansonsten versterben, und es geht darum, zu sehen, ob man verstorbene Menschen – – – Mit dem Hirntod wird festgestellt, dass ein Mensch verstorben ist, und andere europäische Staaten sind da weiter als Deutschland, weil sie sagen, der zirkulatorische Tod ist für uns schon der Tod, nach dem Organe entnommen werden können. Diese Diskussion möchten wir, und dann wollen wir, dass entschieden wird, ob man diesen Weg gehen kann. (Beifall der SPD und der CDU)
