Daniel Köbler
Herr Dr. Martin, liebe CDU, ich glaube, das kennen wir alle, dass von der eigenen Partei irgendein Vorschlag oder irgendein Antrag kommt, bei dem wir denken, ach, oh Gott, oh Gott, aber dann ist das so, und man bekommt es um die Ohren gehauen; dann bekommt man es auch im Wahlkampf um die Ohren gehauen. Herr Dr. Martin, Sie haben es nicht verstanden. Das Problem bei der Union ist, dass es nur die Spitze einer Haltung gegen die erwerbsfähige Bevölkerung ist, die wir in Deutschland haben. Deswegen habe ich das Beispiel mit der Diskussion um die Krankschreibung unbedingt noch einmal nennen müssen. Es ist nicht nur in der Bundes-Union so. Sie werden doch nachher beim Bildungsfreistellungsgesetz unterstellen, dass die Menschen Bildungsurlaub nehmen, um ihrem Hobby nachzugehen. Ich kann es doch schon wieder vorzeichnen. Das ist das Problem. So betreiben Sie keine Fachkräftegewinnung. So vergraulen und verunsichern Sie die Menschen. Das zeigt auch, dass Sie den Menschen in diesem Land nicht vertrauen. Ich finde, dann muss man das auch sagen und auch gerade vor Wahlen so sagen, dass das das Bild der Union von den arbeitenden Menschen in diesem Land ist. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und bei der FDP) Wenn ich mich an Herrn Merz zu viel abgearbeitet habe, dann tut mir das leid. Ich weiß noch, wie er damals, bevor er Kanzler war – es war eine bessere Zeit –, immer nach 16-Stunden-Schichten bei BlackRock herauskam, das Hemd durchgeschwitzt, ölverschmiert, (Vereinzelt Heiterkeit bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD) so wie er immer angepackt und gearbeitet hat. Sehen Sie es mir also nach. Das zeigt aber, wie weit Sie von der Arbeits- und Lebensrealität der Menschen in diesem Land entfernt sind. Herzlichen Dank. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und bei der FDP)
