landtag-rlp.de ↗

Michael Wäschenbach

CDU 11.12.2025 Sitzungen 18/99

Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren! Die Bedeutung des Kinderschutzes für uns alle hier im Hause muss ich nicht weiter ausführen. Das haben wir heute Mittag in großer Geschlossenheit getan. Wir sind auf einem guten Weg, aber noch mit deutlichen Handlungsnotwendigkeiten. Es geht um die Praxis im Alltag und die Forschung. Das beantragte neue Kinderschutzkompetenzzentrum an der Hochschule in Koblenz soll die dort bereits vorhandene Kompetenz ausbauen und bündeln. Es soll als Anlaufstelle für alle Belange des Kinderschutzes dienen und damit einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit und zum Wohlergehen von Kindern leisten. Dabei soll das Zentrum eine systemische Perspektive einnehmen. Die von der Regierung geplante Einführung eines Kinderschutzmoduls in Ausbildung und Studium begrüßen wir ausdrücklich. Das ist aber nicht ausreichend, da es hier nur um die zukünftigen Kinderschutzakteure in Schule, Kita und Jugendhilfe und nicht die schon tätigen Personen geht. (Beifall der CDU) Hören Sie jetzt, zu dieser späten Stunde, gut zu, liebe Kolleginnen und Kollegen der Ampelfraktionen. (Vereinzelt Heiterkeit bei der CDU, bei der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP) Im Koalitionsvertrag steht auf Seite 135 unter dem Titel „Kinder und Jugendliche schützen“: „Um das Wissen in der Forschung zu Ursachen, Prävention und Hilfen bzgl. sexualisierter Gewalt breiter verfügbar zu machen, wollen wir als Teil des Pakts auch einen Kompetenzverbund für Kinderschutz an Universitäten und Hochschulen in Rheinland-Pfalz auf den Weg bringen.“ Dieser von Ihnen selbst genannte Kompetenzverbund ist bisher nicht geschaffen und kann nach unserem Antrag an der Hochschule etabliert werden. Damit hätten Sie auch Ihren Koalitionsvertrag an dieser Stelle erfüllt. (Beifall der CDU) Das Konzept und das Vorhaben aus unserem Antrag kommen also nicht von ungefähr. Hier im Landtag hat am 9. April 2025 in einer Veranstaltung der Bürgerbeauftragten und deren Ombudsstelle in der Kinder- und Jugendhilfe Frau Professor Dr. Kathinka Beckmann bemerkenswerte und aufhorchen lassende, ja sogar teilweise erschreckende Feststellungen getroffen, die im Sinne des Kindeswohls unbedingt abzuarbeiten sind. Wir haben dann dank dieser Impulse – ja schon beinahe Mahnungen – die Hochschule besucht und uns das Konzept zur Verbesserung des Kinderschutzes vorstellen lassen. Wir danken der Hochschule, insbesondere dem Präsidenten Professor Dr. Karl Stoffel und Frau Professor Dr. Beckmann, für diesen kompetenten Ansatz und das Lösungsmodell eines Kinderschutzkompetenzzentrums für Rheinland-Pfalz. Wir sollten ein solches Kompetenzzentrum an der Hochschule Koblenz errichten. Räumlich kann das Zentrum nahe dem bekannten Institut für Bildung, Erziehung und Betreuung in der Kindheit, IBEB, angesiedelt werden, um Synergien nutzen zu können. Unter dem Dach des Kompetenzzentrums sollen folgende fünf Schwerpunkte zusammenlaufen: Fort- und Weiterbildung, zum Beispiel für Richterinnen und Richter, Beratung und Begleitung von Fachkräften, Beratung von Kindern und Jugendlichen auch in der 24/7-Onlinehilfe, die Forschung und die Politikberatung. Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Kinderschutzpolitiker, lassen Sie uns dieses Thema im Familienausschuss und mitberatend im Wissenschaftsausschuss weiter beraten. RLP soll schließlich immer führend und an der Spitze der Länder sein. Mit diesem Kinderschutzkompetenzzentrum wäre ein Leuchtturm im Sinne der Kinder geschaffen und eine Absicht aus Ihrem Koalitionsvertrag umgesetzt. (Beifall der CDU) Es gäbe für Sie dann auch einen weiteren Grund zum Jubeln. Stimmen Sie unserem Antrag bitte zu. Vielen Dank. (Beifall der CDU)

Alle Reden von Michael Wäschenbach Protokoll ↗