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Cornelia Willius-Senzer

FDP 13.11.2025 Sitzungen 18/97

Vielen Dank, Herr Vorsitzender. – Herr Simon, lassen Sie sich hier nicht beleidigen. Wir reden hier von Sozialarbeit, und wir reden nicht von TikTok-Sozialarbeit. Das ist ein Riesenunterschied. (Beifall der FDP, der SPD und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Zuruf von der SPD: So sieht’s aus!) Mit dem neuen Landesgesetz zur staatlichen Anerkennung von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern sowie Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen modernisieren wir ein Regelwerk aus dem Jahr 2000, und das war längst überfällig. Die staatliche Anerkennung ist mehr als eine Formalie und hat nichts mit einer Erhöhung der Zahlen zu tun, sondern mit einer Anerkennung der Arbeit, die geleistet wird. Sie stellt sicher, dass in einem sensiblen Berufsfeld, etwa im Kinderschutz oder in der Jugendhilfe, nur qualifizierte und geeignete Fachkräfte sind. Mit der Neufassung des Gesetzes wird jetzt die vollständige Umsetzung von Diplomstudium und Bachelorstudium und deren Anerkennung vollzogen. Darüber hinaus gehen wir weitere Schritte zur Harmonisierung zwischen den Ländern. Erstens: Die vorgeschriebene Praxiszeit wird von rund 200 auf mindestens 100 zusammenhängende Tage verkürzt. Damit orientieren wir uns an den Standards anderer Bundesländer und erleichtern Studierenden den Weg in den Beruf ohne Qualitätsverlust. Zweitens: Künftig können auch Universitätsabschlüsse anerkannt werden, wenn Studiengänge die fachlichen Anforderungen erfüllen. Das ist ein wichtiger Schritt, um mehr Fachkräfte zu gewinnen, auch aus dem Ausland. Bislang mussten Anerkennungen häufig pauschal abgelehnt werden, wenn der Abschluss nicht an einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften erworben wurde. Das ändern wir jetzt. Drittens: Wir ändern den Kinderschutz. Rechtskenntnisse und Handlungskompetenzen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen werden verbindlich Teil des Studiums. Das ist ein klarer Qualitätsgewinn. Meine Damen und Herren, dass diese Reform nun kommt, ist folgerichtig. Das alte Gesetz hatte die Umstellung von Diplom auf Bachelor bereits abgebildet. Jetzt schließen wir den Kreis und setzen den Bologna-Prozess vollständig um – gemeinsam mit den anderen Bundesländern. So entsteht Schritt für Schritt ein einheitliches Berufsfeld staatlich anerkannter Sozialarbeiter in Deutschland. Diese Harmonisierung bringt mehr Klarheit, Mobilität und Verlässlichkeit für Studierende, Hochschulen und Arbeitgeber. Wir freuen uns auf die weiteren Beratungen im Ausschuss. Vielen Dank. (Beifall der FDP, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD)

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