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Joachim Paul

AfD 13.11.2025 Sitzungen 18/97

Sehr verehrtes Präsidium, liebe Kollegen! Laut Statistischem Bundesamt studierten im Wintersemester 2023/2024 bundesweit 84.405 Personen Soziale Arbeit. Das waren mehr als im Maschinenbau/Maschinenwesen. Es gibt Nationen, die die ersten Schritte in den Weltraum unternommen haben. Wir setzen offenkundig andere Schwerpunkte, mit den entsprechenden Folgen. Zehn Jahre zuvor, im Wintersemester 2013/2014, waren gerade einmal 36.892 Personen im Studiengang Soziale Arbeit eingeschrieben. Es liegt hier also eine Verdoppelung vor, und Sie reden vom Fachkräftemangel auf dem Gebiet. Man kann nur noch den Kopf schütteln. Trotz dieses geradezu unglaublichen Aufwuchses wird im Zusammenhang mit der Sozialen Arbeit von einem Fachkräftemangel gesprochen, wie im Landesgesetz auf Seite 11 zu entnehmen, aber nicht nur dort. Im Juli 2025 wurden die aktuellen Arbeitsmarktprognosen des Instituts der deutschen Wirtschaft diskutiert. Laut dieser Prognose soll sich der Fachkräftemangel bis 2028 bundesweit noch größer darstellen als angenommen. Es wird von einer Lücke von über 21.000 Sozialarbeitern und Sozialpädagogen gesprochen. Das irritiert uns und provoziert Fragen. (Zuruf des Abg. Dr. Oliver Kusch, SPD) Was ist mit unserem Land los, wenn wir immer mehr Sozialarbeiter benötigen? Eine sogenannte Wohlstandsgesellschaft, wenn selbst mehr als eine Verdoppelung innerhalb von nur zehn Jahren noch nicht einmal ausreicht? Wachsen uns tatsächlich die Probleme über den Kopf? Soll dieser Anstieg ewig so weitergehen? Hätte man einen Teil dieser Probleme mit einer besseren Politik vielleicht verhindern können? Gute Politik braucht vielleicht weniger Sozialarbeit, um sie abzufedern. „Sozialarbeiter sowie […] Sozialpädagogen […] tragen einen erheblichen Teil zu einer gesunden Gesellschaft bei.“ So ist es auf Seite 1 im Landesgesetz zu lesen. Wenn man so viele Sozialarbeiter benötigt, lässt das auf keinen guten Zustand des Landes in Summe schließen. Was passiert jetzt, um dem mutmaßlichen, behaupteten Fachkräftemangel zu begegnen? Werden die Anforderungen gesenkt? Linke Politik, linke Bildungspolitik ist wieder einmal mit den Händen zu greifen. Auf Seite 12 des Landesgesetzes steht geschrieben – ich zitiere –: „Bisher waren in Rheinland-Pfalz ca. 200 Tage Praxisausbildung zum Erhalt der staatlichen Anerkennung notwendig. Mit der Verringerung der Praxisausbildungszeit erfolgt eine Anpassung an die Voraussetzungen der Anerkennungsgesetze der übrigen Länder der Bundesrepublik Deutschland und dem Beschluss der Jugend- und Familienministerkonferenz vom 29./30.05.2008.“ Nun genügen also 100 Tage. Es findet eine Halbierung statt. Das halten wir für bedenklich. Das ist ein Abbau der Standards. Da sind wir grundsätzlich sehr, sehr kritisch. Das wird uns weiter beschäftigen. Man muss wirklich manchmal sagen: Ja, Sozialarbeit kann nutzen und kann helfen, gerade auch in der Schule, aber bei diesem Aufwuchs, bei diesen Zahlen von einem Fachkräftemangel zu sprechen und sich vielleicht gar nicht tiefere Ursachen vergegenwärtigen zu wollen, (Glocke des Präsidenten) halten wir für hochproblematisch. (Beifall der AfD)

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