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Michael Simon

SPD 13.11.2025 Sitzungen 18/97

Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Soziale Arbeit verdient Anerkennung, Respekt und Wertschätzung. Sie leistet einen ganz wichtigen Beitrag, ich würde sogar sagen, einen systemrelevanten Beitrag, wenn es um die Verwirklichung von sozialer Teilhabe geht, gerade in Zeiten zunehmender sozialer Polarisierung und sozialer Ungleichheiten. Heute geht es um einen Entwurf zur Sicherung fachlicher Standards in der Ausbildungsqualität in der Sozialen Arbeit in Rheinland-Pfalz. Ja, es geht um Tätigkeitsfelder, die von hoher sozialer Kompetenz der Mitarbeitenden, der Beschäftigten geprägt sind. Es braucht – soeben ist es angesprochen worden – eine hohe Empathie. Es geht nicht nur um eine rein technische Sache, sondern es geht um Menschen, liebe Kolleginnen und Kollegen. (Beifall bei der SPD) Klare Qualifikations- und Anerkennungskriterien sichern ein hohes professionelles Niveau, verhindern Fehlentscheidungen und fördern qualitativ und fachlich fundierte Hilfsangebote. Hohe Standards stärken das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in soziale Einrichtungen und in soziale Dienste. Qualifizierte Fachkräfte können Probleme früh erkennen und passgenaue Hilfen einleiten. Auch ein wichtiger Aspekt, der soeben angesprochen wurde, ist die EU-weite Orientierung und auch die Angleichung innerhalb der Bundesländer. Ich glaube, dies ist ein Riesenfortschritt, was die Umsetzung von Qualitätsstandards betrifft. Liebe Kolleginnen und Kollegen, der Fachkräfteaustausch, den ich gerade angesprochen habe, trägt dazu bei, die Qualität zu steigern. Es geht um die Resilienz des Versorgungssystems, konkret was die Beschäftigten betrifft, die hier arbeiten. Ich habe es angesprochen, diese sind oftmals mit hochkomplexen sozialen Problemlagen beschäftigt und konfrontiert, wo man morgens noch keine Antwort hat, aber vormittags um 10 Uhr schon eine Antwort braucht, weil es um existenzielle Notsituationen geht. Ich habe die Anerkennung als Sozialpädagoge selbst vor 25 Jahren machen dürfen und weiß aus der Praxis, wie wichtig es ist, dass wir möglichst wenige Fehlentscheidungen treffen. Der Kindesschutz ist erwähnt worden. Es gibt andere Bereiche, ob es die Wohnungslosenhilfe ist, ob es die Arbeit mit suchtkranken Menschen ist. Es geht immer um Menschen, liebe Kolleginnen und Kollegen, und das bedarf, ähnlich wie bei einer technischen Qualitätsvorgabe, hoher menschlicher, empathischer und fachlicher Kompetenzen. Insofern bin ich sehr dankbar, dass wir hier reformieren und auch erneuern und anpassen. (Präsident Hendrik Hering übernimmt den Vorsitz) Ich möchte es abschließend nochmals ausdrücklich betonen; denn das kann gar nicht oft genug betont werden: Hohe Standards müssen Verpflichtung für uns in der Sozialen Arbeit sein. Sie stärken das Vertrauen, verhindern Fehlentscheidungen und sichern die Qualität in der Prävention, in der Beratung und in der Hilfe. Eine solide Fachkräftebasis ist die Grundlage dafür, dass Menschen, die in Not geraten sind, zuverlässig und verbindlich Hilfe erhalten. Das Gesetz schärft dies. Das Gesetz trägt dazu bei, einen modernen, verbindlichen Rahmen für die staatliche Anerkennung sozialer Fachkräfte in Rheinland-Pfalz national, europäisch und auch regional ausgerichtet zu setzen; denn in den Kommunen wird Soziale Arbeit geleistet. Das Gesetz leistet dazu einen ganz wichtigen Beitrag. Es trägt somit maßgeblich zur Fachkräftesicherung bei, die gerade in der Sozialen Arbeit in einer Gesellschaft, die zunehmend soziale Spaltungen erfährt, so existenziell notwendig ist. Ich danke für die Aufmerksamkeit. Vielen Dank. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP sowie des Abg. Stephan Wefelscheid, Gruppe FREIE WÄHLER)

Alle Reden von Michael Simon Protokoll ↗