Daniel Köbler
Vielen Dank, Herr Präsident. – Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich war vor ein paar Wochen bei uns in Mainz bei der Berufsfeuerwehr. Was hat das jetzt mit dem Thema zu tun? Eine Sache, die mich ziemlich beeindruckt hat, war, dass diese auch für die Wasserrettung auf dem Rheinabschnitt hier zuständig sind. Sie haben berichtet, dass sie im Schnitt viermal in der Woche im Einsatz sind, also Menschen im Durchschnitt viermal in sieben Tagen aus dem Rhein gezogen werden, in heißen Sommermonaten noch häufiger. Das ist, glaube ich, ein Anknüpfungspunkt für das Thema. Das ist wirklich das Problem. Sie haben zu Recht darauf hingewiesen, Herr Kollege, dass Schwimmenkönnen und auch das Verständnis, wo ich schwimmen und wo ich nicht schwimmen kann, am Ende Leben retten kann. Deswegen sind wir uns, glaube ich, in vielen Debatten immer einig gewesen, es sollen oder es müssen alle Kinder schwimmen lernen, am besten schon am Ende der Grundschulzeit. Deswegen sind wir das Thema schon vor Jahren angegangen. Eine aktuelle Antwort der Landesregierung auf unsere Anfrage zeigt auch, dass die Maßnahmen Wirkung entfalten. Wir haben dort lesen können, dass immer mehr Lehrkräfte für den Schwimmunterricht fort- und weitergebildet wurden, dass allein von 2021 bis 2024 die Zahl der teilnehmenden Lehrkräfte an den Weiterbildungskursen von 51 auf 331 pro Jahr gesteigert werden konnte und mittlerweile über 2.000 Lehrkräfte im Land die Befähigung haben, Schwimmunterricht zu erteilen. Das ist eine deutliche Steigerung. Das ist eine ganz wichtige Voraussetzung, um das gemeinsame Ziel erreichen zu können. Das Thema Schwimmabzeichen ist in den Mittelpunkt gestellt worden, auch im Kontext Schule. 4.500 Schülerinnen und Schüler haben in einem halben Jahr die Schwimmabzeichen in unseren Schulen gemacht. Das ist eine großartige Zahl. Das ist fast die Hälfte aller Menschen, die 2024 – laut DLRG knapp 10.000 Menschen – in Rheinland-Pfalz ein Schwimmabzeichen gemacht haben. Ich glaube, das sind die richtigen Ansätze, nicht mehr zu trennen zwischen dem Schwimmkurs, den ich privat mache, oder ob ich bei der DLRG bin, dem privaten Schwimmbadbesuch und dem Schulschwimmen, sondern zu versuchen, die Dinge zu integrieren, auch gemeinsame Projekte mit der DLRG und anderen an die Schulen zu bringen und zu machen. Ich glaube, da sind wir auf dem richtigen und einem guten Weg. Sie haben es aber angesprochen, es reicht nicht, nur die Lehrkräfte zu haben, die den entsprechenden Schwimmunterricht machen können, sondern es ist natürlich auch eine Frage, ob ich die Wasserflächen, die Wasserzeiten und die Bäderinfrastruktur habe. Natürlich kommt gerade bei Ihnen im ländlichen Bereich noch stärker als bei mir zum Beispiel im städtischen Bereich die Frage dazu, wie die Kinder überhaupt zum Schwimmbad kommen. (Abg. Pia Schellhammer, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Ja!) Das sind natürlich auch noch große Herausforderungen. Ich bin der Auffassung, es sollte nicht passieren, wie Sie es mit Ihren Kindern geschildert haben, dass man in der ganzen Grundschulzeit keinen Schwimmunterricht hat. Das darf eigentlich nicht sein. Es steht auch explizit in den Lehrplänen. Da muss man auch vor Ort ganz genau hinschauen. Mein Eindruck ist aber schon auch, es ist eine Herausforderung, aber das ist wirklich eine Ausnahme. Die Regel ist schon mittlerweile, dass es Schwimmunterricht auch in den Grundschulen gibt. Natürlich müssen vor Ort auch die verantwortlichen Schulen und die Schulträger darauf achten, dass es gelingt und passiert, auch in Absprache mit den entsprechenden Verkehrsträgern vor Ort. Deswegen ist der Kerngedanke Ihres Antrags, eine Koordination vor Ort einzurichten, erst einmal ein guter. Sie haben das Beispiel in Germersheim in Ihrem Antrag aufgeführt. Kollege Hüttner hat angedeutet, es gibt auch in Ludwigshafen ein sehr überzeugendes Konzept, ein Schwimmzentrum. Da geht es weniger um die Kommune, sondern das wird eher mit den Lehrkräften organisiert. Das sind gute Projekte, die es gibt, und viele andere auch. Ich glaube, deswegen ist es so wichtig bei dem Thema, bei dem wir uns im Ziel alle einig sind, dass wir auch noch einmal ganz intensiv im Bildungsausschuss darüber und über die Frage, wie der Schwimmunterricht momentan aufgebaut ist, wie er vor allem im Grundschulbereich umgesetzt wird, und welche guten, guten Projekte – einige sind genannt worden – wir im Land haben, sprechen und dann ganz gezielt schauen, was man davon auch in weitere Kreise und Städte übertragen muss. Ich glaube, das ist der richtige Weg, und deswegen sollten wir die Diskussion entsprechend weiterführen, aber nicht auf Basis Ihres Antrags. Herzlichen Dank. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und bei der FDP)
