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Dennis Junk

CDU 11.09.2025 Sitzungen 18/93

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat mitgeteilt, dass bis Ende Juli dieses Jahres 236 Menschen beim Schwimmen, Baden oder Bootsfahren ums Leben gekommen sind, darunter acht Kinder unter zehn Jahren. Das sind aus unserer Sicht zu viele. Schwimmen können kann also Leben retten. Wir kennen alle die forsa-Umfrage aus dem Jahr 2022 – wir haben auch im Landtag schon das eine oder andere Mal darüber debattiert –, wonach jedes fünfte Kind nach der Grundschule leider nicht mehr schwimmen kann. Wir kennen auch die Mitteilung der Präsidentin der DLRG, Ute Vogt, die sogar noch weiter geht und sagt, dass sogar jedes zweite Kind nach der Grundschule nicht schwimmen kann. Wir kennen auch alle hier in Rheinland-Pfalz unseren geschätzten Sportwissenschaftler Professor Thieme, der aus seiner Sicht gesagt hat, er schätzt, dass 30 % aller Grundschülerinnen und Grundschüler in Rheinland-Pfalz überhaupt gar keinen Schwimmunterricht bekommen haben. Ich kann das leider aus meiner eigenen Erfahrung nur bestätigen; denn weder ich selbst noch meine beiden Kinder – die sind gerade erst aus dem Grundschulalter heraus – haben in Rheinland-Pfalz Schwimmunterricht erhalten. Was können wir also tun? Sicherlich ist das kein Problem, das wir von heute auf morgen lösen können. Wir haben hierzu als CDU-Fraktion auch in den vergangenen Jahren immer wieder verschiedenste Vorschläge gemacht. Wir brauchen auf der einen Seite eine mittel- und langfristige Strategie. Wir brauchen – da kommen wir nicht umhin – mehr Geld für den Erhalt und natürlich auch den Ausbau der Wasserflächen. (Beifall der CDU) Insbesondere brauchen wir auch mehr Investitionen in reine Lehrschwimmbecken. Ich will das an dem Beispiel der Verbandsgemeinde Speicher darstellen, weil man in Speicher auf dem Weg ist, ein eigenes Lehrschwimmbecken zu bauen. Man hat Anfang des Jahres einen Antrag an das Land gestellt, wie man mit der Förderung umgehen kann, weil man einen Generalunternehmer beauftragen will, dieses Lehrschwimmbecken zu bauen. Im Übrigen, kleine Einschränkung: Wir waren diese Woche mit der Strafvollzugskommission in Wittlich, haben uns dort angeschaut, welche Baumaßnahmen unter anderem gemacht werden. Dort hat man positiv dargestellt, dass ein Generalunternehmer für das Land dort Hallen baut. Beim Beispiel des Lehrschwimmbeckens in Speicher hat man es abgelehnt. (Zuruf des Abg. Carl-Bernhard von Heusinger, BÜNDNIS 9 0/DIE GRÜNEN) Um das mitzuteilen, dass man kein Lehrschwimmbecken mit einem Generalunternehmer bauen kann, hat man über ein halbes Jahr gebraucht. Wir haben angesprochen, dass wir kurzfristig Schwimmcontainer aufstellen könnten, wie es andere Bundesländer auch erfolgreich tun. Aber auch das wurde von Ihnen abgelehnt. Da sagen wir, nichts tun ist für die CDU-Fraktion keine Option. (Beifall der CDU) Deshalb fordern wir heute, dass wir in insgesamt sechs städtisch bzw. ländlich geprägten Landkreisen oder kreisfreien Städten ein auf zwei Jahre angelegtes Modellprojekt Schwimmkoordinatorinnen und Schwimmkoordinatoren ins Leben rufen, man hierfür jeweils eine halbe Stelle zur Verfügung stellt und die Finanzmittel bereitstellt. Das ist natürlich nur eine kleine Maßnahme, die aber insgesamt bei positivem Verlauf in ganz Rheinland-Pfalz ausgerollt werden kann. Es ist auch kein neues Projekt für Rheinland-Pfalz; denn Herr Ralf Eggers, Sportwissenschaftler aus dem Bereich Germersheim, hat das im Bereich Germersheim schon ins Leben gerufen. Der Landkreis gibt 100.000 Euro für diese Schwimmkoordinatoren aus. Auch in Ludwigshafen und in der Stadt Trier gibt es Modellprojekte, aber es sind eben nur Projekte in städtisch orientierten Bereichen. Wir im ländlich geprägten Rheinland-Pfalz brauchen auch solche Modellprojekte in der Fläche. Deswegen sage ich ganz offen: Geben Sie sich einen Ruck, und lassen Sie uns für diese zwei Jahre dieses Modellprojekt ins Leben rufen. Wir werden mit Sicherheit damit keine dummen Erfahrungen machen; denn wir wissen auch von dem normalen Sportunterricht in den Turnhallen, die Turnhallen sind immer durch die Vereine geblockt, und wenn ein Verein mal die Stunden nicht ausüben kann, dann wird er nicht einem anderen Verein die Stunden zur Verfügung stellen. So geht natürlich wertvolle Zeit für den Sportunterricht oder in dem Fall für Schwimmbäder, wenn Schwimmunterricht ausfällt, verloren. Deshalb sage ich noch einmal: (Glocke des Präsidenten) Geben Sie sich einen Ruck, und lassen Sie uns die Ressourcen, die vorhanden sind, in Zukunft besser nutzen. Vielen Dank. (Beifall der CDU)

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