Joachim Paul
Es wurde eben gesagt, man wolle diesen einen Weg fortsetzen, und man wolle dort schneller werden. Was in dieser Debatte immer mitschwingt, Herr Staatsminister, ist, dass Sie einen Zusammenhang herstellen zwischen so einer Art Unmenschlichkeit und einer Prüfungskultur. Das ist ein Zusammenhang, den man nicht stehen lassen kann. Eine Prüfungs- und Leistungskultur ist nur dann unmenschlich, wenn der Lehrer keine Möglichkeit gibt, demjenigen, der Nachholbedarf hat, zu helfen, ihn alleinlässt und als Mensch abwertet. Das sollte kein Kollege machen, und das macht auch kein Kollege. Das heißt, dann wäre es tatsächlich unmenschlich, es ist aber nicht so. Das heißt also, Schüler wollen sich vergleichen, Schüler wollen ehrliche Rückmeldungen. Schüler können auch damit umgehen, dass sie mal nicht das Klassenziel erreicht und mal eine schlechte Note haben, wenn man ihnen hilft und klarmacht, man fördert sie individuell. Da sind wir eben bei der Überfrachtung des Schulwesens durch die Verwaltungstätigkeiten. Da hätten Sie längst rangehen müssen. Die Lehrer haben gar keine Ressourcen mehr, sich individuell um die Schüler zu kümmern. Ich kenne keinen einzigen Kollegen, der sagt, das will er ohnehin nicht machen, er will lieber Pläne machen. Nichts ist so gewuchert und überfrachtet worden wie die Verwaltungstätigkeit des Lehrers. Da könnten Sie ansetzen, und dann hätten wir relativ schnell Ressourcen für die individuelle Betreuung. Ich möchte noch eine Sache sagen, weil es nur die AfD-Fraktion ist, die das Thema Einwanderung überhaupt anbringt. Sie ignorieren das. Ich will Ihnen nur ein Beispiel geben. Die Schweiz ist ein Land mit vielen Bürgern, die Migrationshintergrund haben. Viele Menschen ziehen in die Schweiz, aber es ist eben eine andere Zuwanderung. Es ist eine andere Zuwanderung, die das Bildungssystem dort nicht belastet. Das schweizerische Bildungssystem – denken Sie nur an die ganzen Hochschulen – ist hervorragend. Das ist eben eine Einwanderung nach schweizerischen Interessen, eine kluge Einwanderung und eine Einwanderung, die zur Schweiz passt. Sie wollen eine Einwanderung – das muss man so klar sagen – aus Ländern mit einer hohen Analphabetenquote. Dass das natürlich Auswirkungen auf das Schulsystem hat, wenn wir aus diesen Ländern einen ungebremsten Zustrom haben, liegt doch auf der Hand. Sie müssen doch anerkennen, dass solch eine Art der Einwanderung in dieser Dimension auch unser Schulsystem, was ein europäisches Schulsystem ist, überfordert. Das hat nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun. Das ist ein Gebot der Vernunft. Nur wir in Deutschland machen das anders. Vielen Dank. (Beifall der AfD)
