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Dr. Oliver Kusch

SPD 11.09.2025 Sitzungen 18/93

Sehr geehrter Herr Präsident, verehrte Kolleginnen und Kollegen! Es ist mir noch einmal wichtig, darauf hinzuweisen, dass die alten Möglichkeiten der Bestattung nicht abgeschafft werden, (Abg. Sabine Bätzing-Lichtenthäler, SPD: Ja!) sondern bestehen bleiben. (Zuruf des Abg. Micheal Frisch, fraktionslos) Wenn sich jemand in einem Sarg beerdigen lassen will und einen Stein auf dem Friedhof haben möchte, dann kann er das auch tun. (Abg. Sabine Bätzing-Lichtenthäler, SPD: Genau!) Wenn die CDU jetzt immer von Pietät und Würde spricht, muss ich sagen, ich finde, das ist kein Thema, mit dem man polemisch umgehen sollte, (Abg. Martin Haller, SPD: Ja!) und dann zu einem Minister sagt, er sei der Totengräber der Friedhöfe. (Beifall der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP – Zuruf des Abg. Martin Haller, SPD) Dabei haben sich vor diesem neuen Gesetz schon ganz viele Orte auf den Weg gemacht, auch der kleine Ort in der Pfalz, aus dem ich komme, der heißt Rothselberg. Dort gibt es schon ganz viele Möglichkeiten, sich beerdigen zu lassen. Schon vor dem neuen Gesetz hat man angepasst, weil sich Gesellschaft verändert. (Zuruf des Abg. Michael Frisch, fraktionslos) Ich habe nichts dagegen, wenn man konservativ ist, aber konservativ heißt, mit Sachen, die neu kommen, kritisch umzugehen. (Abg. Martin Haller, SPD: Jawohl!) Sie aber negieren doch komplett eine Veränderung in der Gesellschaft, (Abg. Michael Hüttner, SPD: Ja!) die dieses Gesetz notwendig macht. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP – Ministerpräsident Alexander Schweitzer: Sehr richtig! – Zuruf von der SPD: Unglaublich!) Wissen Sie, Herr Gensch, auch ich kenne diese Menschen, von denen Sie gesprochen haben, weil auch ich noch in meiner Praxis tätig bin. (Zuruf des Abg. Martin Haller, SPD) Ich kenne aber auch die, die ein Kind verloren haben und dann mit der Asche ins Ausland gefahren sind, weil sie einfach diesen Diamanten haben pressen lassen wollen. (Abg. Michael Frisch, fraktionslos: Das ist doch nicht der Kritikpunkt!) Diese Menschen nimmt man aus der Unrechtszone heraus, indem man ihnen diese Möglichkeit gibt. Ich weiß nicht, was daran jetzt schlimm ist und ein Kulturbruch sein soll, wenn man Menschen Dinge ermöglicht, mit sich oder ihren Verstorbenen, ihren Liebsten umzugehen nach dem Tod, so, wie sie das möchten, und so, wie sie das gerne hätten. Das ist für mich alles andere als nicht pietätvoll. Ich würde wirklich bitten, dass wir von der Polemik diesbezüglich wegkommen. Vielen Dank. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP)

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