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Michael Wäschenbach

CDU 12.06.2025 Sitzungen 18/89

Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren! Das Thema des Kinder- und Jugendwohls ist nicht neu. Unsere Fraktion hat bereits mehrere Berichtsanträge zur Situation junger Menschen und Kinder in diesen herausfordernden Zeiten gestellt. Deshalb sind wir froh über den heutigen Antrag, um das Thema hier im Landtag erneut zu beleuchten. Im November letzten Jahres haben wir im Ausschuss für Familie und Jugend bessere Zugänge zu ambulanten Psychotherapieplätzen für Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen gefordert. Liebe Kolleginnen und liebe Kollegen, psychische Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen bleiben in Deutschland auf einem hohen Niveau. Die psychotherapeutische Bedarfsplanung entspricht nicht mehr den aktuellen gesundheitlichen und gesellschaftlichen Erfordernissen. Seit Jahren gibt es unzumutbar lange, sich über Monate bis Jahre erstreckende Wartezeiten auf einen Behandlungsplatz, vor allem in ländlichen und strukturschwachen Gebieten. Dies hat schwerwiegende Folgen, insbesondere auch für die von Gewalt Betroffenen, die keinen Ort für die Bearbeitung der Tatfolgen und der damit einhergehenden Traumata finden. Laut des Kinder- und Jugendreports der DAK-Gesundheit für Rheinland-Pfalz sind Kinder und Jugendliche psychisch weiterhin erheblich belastet. Vor allem Mädchen sind von Depressionen und Angststörungen betroffen. Bei jugendlichen Mädchen gab es hohe Zuwachsraten von 29 bzw. 52 %. Im Januar 2024 habe ich bereits eine Kleine Anfrage zu psychischen Störungen bei Kindern und Jugendlichen gestellt. Das Thema köchelt also schon seit langer Zeit. Die andauernde Unterversorgung schafft Schicksale und menschliche Tragödien am Beginn eines jungen Lebens. (Beifall der CDU) Bleiben psychische Erkrankungen zu lange unbehandelt, gefährdet dies die Schulfähigkeit, erhöht das Risiko für Chronifizierung und beeinträchtigt die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen. Ein paar Zahlen: In Rheinland-Pfalz gibt es 2.600 psychologische Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen. Das ergibt eine Einwohnerberechnung von 32 Personen auf 100.000 Einwohner. In Berlin sind es 70 Therapeuten auf 100.000 Einwohner. Das heißt, wir müssen hier deutlich nachbessern. Anders als in allen anderen medizinischen Fachgebieten besteht aber kein Nachwuchsmangel – Kollege Kusch hat es schon erwähnt –, sondern es gibt zu wenig Sitze. Es fehlen rund 200 Sitze in Rheinland-Pfalz. Was wird getan? Als Chance dient ein Depressionsscreening bei der J1Untersuchung, das wir ausdrücklich begrüßen. Es ist ein Frühwarnsystem für Depression. Als Chance dient auch die Enttabuisierung psychischer Probleme. Als Chance dienen auch Räume zur aktiven Mitgestaltung der Gesellschaft, wenn es darum geht, die Selbstwirksamkeit von Jugendlichen zu stärken. Eine große Chance wäre es aber auch, für bessere Prävention in RheinlandPfalz zu sorgen. Hierfür gibt es gute Beispiele mit „fit4future“ der DAK oder dem Ausbau und der Förderung eines speziellen Resilienzangebots für Kinder und Jugendliche durch das Leibniz-Institut für Resilienzforschung. Bei Nichtstun werden die Jugendlichen das ganze Leben lang Probleme haben, und das kann und darf nicht sein. Lieber Kollege Kusch, die drei Forderungen des vorliegenden Antrags der FREIEN WÄHLER sind zustimmungsfähig. Sie haben selbst gesagt, dass das alles richtig ist. Deshalb verstehe ich nicht, dass die SPD-Fraktion diesem Antrag nicht zustimmen will; denn die drei Forderungen der FREIEN WÄHLER zur psychotherapeutischen Bedarfsplanung Rheinland-Pfalz stehen im Koalitionsvertrag. Sie haben es selbst erwähnt. Sie können im Koalitionsvertrag auf Seite 111 nachlesen, dass das in Berlin mit der SPD beschlossen wurde. (Beifall der CDU und der Gruppe FREIE WÄHLER) Punkt zwei: Die zusätzlichen Kassensitze und das landeseigene Förderprogramm stehen auf Seite 111 und Seite 112 des Koalitionsvertrags in Berlin. Deshalb sehe ich keine Veranlassung, warum die SPD dem Antrag nicht zustimmen kann. (Zuruf des Abg. Helge Schwab, Gruppe FREIE WÄHLER) Liebe Kolleginnen und Kollegen, auch wenn der Antrag in kleinen Details vielleicht nicht umfassend und konkret genug ist oder Dinge schon in Arbeit sind, wie Sie sagen, Herr Kusch, können wir dem Antrag als größte Oppositionspartei zustimmen, weil er einen deutlichen Schritt zur Verbesserung der psychischen Gesundheit junger Menschen schafft und die Gesellschaft für dieses Problem sensibilisiert. Das ist es doch, worum es geht. Es geht hier nicht um Klein-Klein. Bauen wir für die Betroffenen eine bessere Zukunft. Denken wir vom Kind und Jugendlichen aus und nicht von Institutionen oder Paragrafen. (Beifall der CDU und der Gruppe FREIE WÄHLER)

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