Dennis Junk
Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Wahrheit ist eben manchmal nicht so leicht zu ertragen, und da macht man lieber die Augen zu. (Beifall der CDU) Frau Schneider, Sie haben so schön gesagt – – – Ist das Land jetzt für den Brandschutz zuständig, oder machen das auch die Kommunen? Wenn ich eine Abfrage mache für die LFKA, welche Ausbildungsplätze gebraucht werden, sind alle Kommunen bereit zu antworten, und Sie leiten mir die Antworten auch immer weiter. Da frage ich mich: Wo ist hier der Unterschied? Wenn man aber die Anfrage komplett durchsieht, heißt es überall, man ist nicht zuständig, es ist zu viel Aufwand, die Kommunen sollen, der LSB soll, die Daten liegen nicht vor. Insofern ist das eine einmalige Abfrage, damit ich einmal die Daten habe, um eine Strategie zu entwickeln, aber Sie ducken sich weg. Es ist ein Schlag ins Gesicht für all die Ehrenamtlichen, die im Sport täglich Großes leisten, (Beifall der CDU) während die Landesregierung offenbar nicht mal wissen will, was sie benötigen. Es ist mit Zahlen herumhantiert worden. Das hört sich alles so gut an, wenn Sie sagen, 14 Millionen Euro hier, 3 Millionen Euro da. Wenn wir deutschlandweit von 31 Milliarden Euro Sanierungsstau ausgehen – heruntergebrochen auf Rheinland-Pfalz dürfte es ein bisschen mehr sein als ein paar Millionen – und wenn wir das nicht erst in 100 Jahren angehen wollen, sondern jetzt, dann müssen wir irgendwann mal in die Puschen kommen. (Beifall der CDU) Sie haben gesagt, Sie haben so vieles getan, auch die Sportförderrichtlinie ist angepackt worden, dann sage ich, ja, sie wurde überarbeitet, und ja, es gibt Verbesserungen. Alles andere wäre auch völlig bescheuert; denn wenn man zehn Jahre Stillstand hatte, wäre es ja ein Skandal, wenn sich da nichts verbessern würde. Aber schauen wir mal genau ins Detail. Die Förderung beispielsweise von Kunstrasenplätzen ist von sage und schreibe 100.000 Euro auf maximal 175.000 Euro erhöht worden. 75.000 Euro mehr nach mehr als einem Jahrzehnt. Wenn wir einmal die Kostensteigerungen in diesem Jahrzehnt berücksichtigen, dann wäre es zwar nicht mehr so viel, aber jetzt kommt das große Problem, das die Menschen vor Ort nicht nachvollziehen können. Sie gehen bei einem Kunstrasenplatz bei einem Kostenrichtwert von 350.000 Euro aus. Ich frage Sie ganz konkret. Nennen Sie mir einen neuen Kunstrasenplatz, der in Rheinland-Pfalz zuletzt gebaut worden ist und 350.000 Euro gekostet hat. Wir wollen momentan einen in Manderscheid nicht komplett neu bauen, sondern da ist der Rasen schon vorhanden. Wir wollen also nur den Aufbau als Kunstrasen neu machen. Er kostet 700.000 Euro. Kein Platz auf der grünen Wiese, kein Umbau, sondern das ist das Doppelte dessen, was der Kostenrichtwert hergibt. Deshalb sage ich Ihnen ganz ehrlich, wenn wir Vereinsvorsitzende und Kommunalpolitiker vor Ort sehen, die sich einbringen, und hier von Kostenrichtwerten gesprochen wird, die fern der Realität sind: Das führt zu Frust. (Glocke der Präsidentin) Deswegen sage ich Ihnen noch einmal, wir brauchen belastbare Zahlen, eine ehrliche Bestandsaufnahme und auf dieser Grundlage eine echte Strategie und nicht nur warme Worte. Vielen Dank. (Beifall der CDU)
