Michael Hüttner
Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Sport und Sportvereine, da schließe ich mich Herrn Junk an, haben in Rheinland-Pfalz eine große Bedeutung. Die rund 6.000 Vereine und die rund 1,4 Millionen Mitgliedschaften, die über die Vereine im Landessportbund organisiert sind, sind nicht nur Selbstzweck, sondern ein Teil der Betätigung unserer Gesellschaft. Sport – das ist der wichtige Punkt dabei – ist Gesundheitsvorsorge, es ist Jugendarbeit, es ist Sozialinstanz, das ist Integration und vieles mehr. Deswegen hat der Sport diese hohe Bedeutung. Da der Sport in unserem Bundesland nahezu ausschließlich ehrenamtlich engagiert ist – der LSB geht hier von 400.000 Ehrenamtlichen aus –, möchten wir für die SPD-Fraktion ausdrücklich diesen Ehrenamtlichen ein ganz herzliches Dankeschön aussprechen. Sie leisten einen wichtigen Teil für die Gesellschaft. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP) Vom Grundsatz her müsste man der CDU für diese Große Anfrage und die Aussprache eigentlich dankbar sein; (Zurufe von der CDU) denn es bietet Gelegenheit für die vielen guten Sachen, die das Land gemacht hat, was sich in den letzten Jahren alles verändert hat und wie stark es gestiegen ist. Ich verweise insbesondere auf den Bericht, den der Innenminister in der Ausschusssitzung im Januar gegeben hat. Die Förderquoten wurden erhöht, die Fördersummen wurden erhöht, die Gesamtsummen wurden erhöht. Es ist unheimlich viel, was in dieser Richtung erfolgt ist. Wenn Sie in Ihre eigene Große Anfrage hineinschauen, sehen Sie, dass die klassische Sportanlagensituation auf 14 Millionen Euro erhöht wurde, dass wir über das Thema Schulbauten bei weiteren 70 Millionen Euro sind, dass über das Investitionsprogramm 26 Millionen Euro dort stehen, dass wir über ein anderes Kapitel im Bereich der Schule 55 Millionen Euro haben, dass wir eine Bundesförderung von 14 und weiteren 5 Millionen Euro haben, dass die Schwimmbäder noch on top kommen. Herr Junk, ich weiß nicht, wo Ihnen da zu wenig Investitionen insgesamt vorhanden sind. Man sieht nicht immer alles nur auf der einen Linie, sondern man muss den ganzen Haushalt ein Stück weit durchkämmen. (Zuruf des Abg. Dennis Junk, CDU) Man kann auch die Augen an Ihrer Stelle verschließen. Damit wären wir bei Ihrem Antrag, der natürlich abzulehnen ist, weil die Leistungen bereits in der Konsequenz erbracht werden. Auch Ihr sehr populistischer Einstieg, den Sie hier verwendet haben, indem Sie sagen, die Landesregierung hat keinen Durchblick: (Zuruf des Abg. Dennis Junk, CDU) Herr Junk, Sie müssen sehen, die Kommunen sind für ihre Sportinfrastruktur verantwortlich. Sie waren doch Verbandsbürgermeister. Lassen Sie sich doch nicht selbst vom Land abnehmen, was Sie zu entscheiden haben. (Zuruf des Abg. Martin Haller, SPD) Das Land macht die Förderprogramme, und die Kommunen machen sie aber. Sagen Sie mal dem LSB und dem DOSB, er hat in Zukunft nichts mehr zu entscheiden, wenn es um die Spitzensportförderung oder etwas Ähnliches geht, das machen wir von Landesseite aus. Sie wissen doch, wie der Sport organisiert ist. Sie sind selbst in diesem Bereich tätig. Sie wissen, wie die Fördersituationen laufen. Gerade weil ich Spitzensport anspreche, wenn Sie in Ihre Anfrage hineinschauen, sehen Sie, 2017 hatten wir 1,5 Millionen Euro nur für den Spitzensport. Jetzt haben wir 3,5 Millionen Euro, also mehr als 100 % Steigerung allein nur im Bereich des Spitzensports in dieser Zeit. Sie wissen auch, dass Trainer, Talentsichtung, duale Karriere, das besondere Engagement der Polizei und alles, was in dieser Hinsicht organisiert wird, in Steigerung begriffen ist. Da haben wir wieder die Situation, die Sporthilfe steht außen vor, und über den DOSB haben wir Olympia- und Perspektivkader auch außen vor. Es obliegt nicht dem Land, das zu fördern. Auch der Landessportbund macht nur C- und D-Kader. Dementsprechend sind wir hier in einer ganz anderen Situation. Ich will Ihnen ein Beispiel nennen, damit Sie das vielleicht auch praktisch verstehen. Die Paralympics-Siegerin Maike Hausberger ist jetzt nach Rheinland-Pfalz gewechselt. Sie ist nach Rheinland-Pfalz gewechselt, weil wir in Kaiserslautern mit Frank Ziegler einen Erfolgstrainer sitzen haben. Sie startet jetzt für Rheinland-Pfalz, Kaiserslautern/Dudenhofen, weil dort die Bahn und der Verein, in den sie eingetreten ist, sind. Sie arbeitet in Kaiserslautern darüber hinaus noch mit Jan van Eijden, dem Bundestrainer im Bereich Sprint, zusammen, der in Kaiserslautern wohnhaft ist. Da sehen Sie, wie die Synergien zusammenwirken, wo auch der Spitzensport auf einer Ebene, auf der es nicht unbedingt um Geld geht, ebenfalls in einer Förderung ist und was insgesamt geleistet wird. Sonst wäre sie nicht hierher gewechselt. Ich könnte Ihnen noch viel erzählen. Ich habe keine Redezeit mehr, aber ich will Ihnen das doch als Präsident des Behindertensportverbands sagen: Ich bin dankbar für das, was die Landesregierung uns an Möglichkeiten gegeben hat, uns weiterzuentwickeln. Es ist auch ein Teil Ihrer Anfragen in aller Konsequenz. Daher ist es gut, was hier geleistet wird. Es ist hervorragend, was hier geleistet wird. Ich will genauso mit der Landesregierung weiterarbeiten. Das Land ist ein guter Partner des Sports. So arbeiten wir für den Sport in der Breite und in der Spitze weiter. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)
