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Dennis Junk

CDU 15.05.2025 Sitzungen 18/87

Frau Präsidentin, meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Die Antwort der Landesregierung auf unsere Große Anfrage zum Sport in Rheinland-Pfalz setzt ein fatales Zeichen; denn die Landesregierung weiß eigentlich gar nichts. Sie weiß nicht, wie viele Sportstätten es gibt. Sie weiß nicht, in welchem Zustand sie sind. Sie kennt den Sanierungsbedarf nicht. Sie hat keine belastbaren Zahlen zur Mitgliederentwicklung im Sport und zum Leistungssport. Ebbe, Fehlanzeige, Schulterzucken. Man kann das unter die Überschrift „Keine Strategie, keine Prioritäten und keine Perspektive“ stellen. (Beifall der CDU) Wer so wenig über den Zustand des Sports im eigenen Land weiß, kann ihn nicht gezielt fördern. Wer das nicht einmal als Problem erkennt, ist eigentlich aus meiner Sicht völlig fehl am Platz. Das Fazit ist bitter, aber klar: Die Landesregierung betreibt Sportpolitik mit geschlossenen Augen und verkauft das an Aktionstagen wie „Land in Bewegung“ noch als Plan. Meine Damen und Herren, wir sprechen hier nicht über Nebensächlichkeiten. Wir sprechen über sanierungsbedürftige Turnhallen, marode Sportplätze, geschlossene Schwimmbäder. Wir sprechen über Ehrenamtliche, die an ihre Grenzen stoßen, über Vereine, die sich von der Landespolitik im Stich gelassen fühlen. (Beifall der CDU) Wer über Sport spricht, spricht über weit mehr als nur über Bewegung, Wettkampf und Medaillen. Sport ist gesellschaftlicher Brückenbauer. Er verbindet Generationen, Herkunft, soziale Milieus in der Stadt wie auch im Dorf, aber Sport braucht Raum, und er braucht vor allem die entsprechende Infrastruktur; denn die Sportinfrastruktur ist das Herzstück des Sports. Genau deshalb bringen wir unseren Antrag heute ein: Es kann und vor allem darf so nicht weitergehen. Wir fordern eine vollständige Evaluation der Sportinfrastrukturstätten in Rheinland-Pfalz. Wer investieren will, braucht Klarheit: Wo stehen wir, wo brennt es, was wird benötigt? Wir fordern ein eigenes, einfaches Förderprogramm für vereinseigene Sportstätten; denn die Sportvereine sind das Rückgrat des Sports. Wer sie im Stich lässt, lässt auch den Sport fallen. Wir fordern mehrjährige Förderzusagen mit Inflationsausgleich. Planungssicherheit ist nämlich kein Luxus, sondern Voraussetzung, gerade bei steigenden Kosten und Zinsen. Wir fordern letztendlich – wenn wir bundesweit 31 Milliarden Euro Sanierungsstau hören, auch wenn wir hier nicht wissen, wie es ist, aber es wird in einer großen Größenordnung sein – mehr Finanzmittel in den Bereichen. Wie der LSB auch da ausgeführt hat, reichen die Mittel, die jetzt die Zuwächse im Haushalt sind, um die Kostensteigerungen abzudecken. Deshalb brauchen wir eine langfristige Stärkung der kommunalen Finanzen. Ohne handlungsfähige Kommunen bleibt jede Förderung ein Papiertiger. Was das in der Praxis bedeutet, sehe ich bei mir zu Hause. Bei uns in Salmtal wurden die Breitensportanlagen saniert. Das Ergebnis ist, der Breitensport lebt wieder. In Kooperation mit zwei Vereinen ist ein neues Sportangebot entstanden. Über 70 Interessierte sind vor ein paar Wochen unserem ersten Aufruf gefolgt. 30 davon, immerhin ein 2.000-Seelen-Dorf, vom Kind bis zum Senior, nutzen jetzt regelmäßig dieses erste Bewegungsangebot, das sich daraus ergeben hat. Das zeigt doch, wenn die Infrastruktur da ist, funktioniert auch der Sport. Wenn man sich die Kosten ansieht: 800.000 Euro sollte es mal kosten. Es gab eine Förderzusage vom Land von 200.000 Euro. Die Kosten lagen bei 1,4 Millionen Euro. Die Landesförderung lag immer noch bei 200.000 Euro. Es ist einfach systematisch, dass man hier die Augen verschließt. So verunsichert man Vereine und Kommunen und verhindert die Investitionen, die angeblich so gewollt sind. (Beifall der CDU) Meine Damen und Herren, Sport braucht keine Sonntagsreden. Sport braucht Verlässlichkeit, Planungssicherheit und eine echte Unterstützung. Deshalb fordern wir: Schluss mit dem Stückwerk. Es braucht endlich eine systematische Sportförderung mit Struktur, Substanz und einem echten Plan für die Zukunft. Vielen Dank. (Beifall der CDU)

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