landtag-rlp.de ↗

Cornelia Willius-Senzer

FDP 15.05.2025 Sitzungen 18/87

Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Fast würde ich auf die Jugendarbeit von meinem Vorredner eingehen. Die Junge Alternative wäre ein schönes Beispiel, darüber zu reden, aber lassen wir es. (Zuruf des Abg. Joachim Paul, AfD) Seit mehr als 15 Jahren wird in jeder Legislaturperiode ein Kinder- und Jugendbericht erstellt. Als FDP danken wir den Autorinnen und Autoren ebenso herzlich wie dem MFFKI und seiner Ministerin Katharina Binz für den Bericht. (Beifall der FDP, der SPD und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Danke, dass Sie dem Auftrag des Landtags auch in dieser Legislatur so vorbildlich nachgekommen sind. Das Ergebnis des Berichts zeigt, junge Menschen in Rheinland-Pfalz sind überwiegend mit ihrem Leben zufrieden und blicken zuversichtlich in die Zukunft. Das zeigt uns, wir als Land Rheinland-Pfalz sind mit unserer Kinderund Jugendpolitik wohl auf dem richtigen Weg. Es wird deutlich, Kinder und Jugendliche haben ein starkes Interesse an gesellschaftlicher und politischer Mitgestaltung. Das erleben wir immer bei Gesprächen mit den Schülergruppen. Das MFFKI wollte mit dem Schwerpunktthema „Beteiligung aller jungen Menschen in Rheinland-Pfalz zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ überprüfen lassen, ob und wie weit es uns als Gesellschaft gelingt, in unserem Alltag Raum für echte Beteiligung zu schaffen. Im Ergebnis wurde festgestellt, die jungen Menschen haben ein starkes Interesse an gesellschaftlicher und politischer Mitgestaltung. Lieber Kollege von der CDU, Sie haben das auch gesagt. Ich erinnere noch einmal an die Wahlen ab 16 Jahren. Wir als Land Rheinland-Pfalz haben viele wichtige Hinweise erhalten, wie wir die Rahmenbedingungen weiter so gestalten können, dass alle Jugendlichen die Möglichkeit haben, sich aktiv an politischen Prozessen zu beteiligen, sofern sie das wünschen. Liebe Kolleginnen und Kollegen, der Vierte Kinder- und Jugendbericht enthält in dem Kapitel „Erster Blick“ zahlreiche Daten und Fakten zur Gesundheit junger Menschen in Rheinland-Pfalz. Wir haben als FDP gestern und heute darauf hingewiesen, dass wir die kinder- und jugendmedizinische Versorgung in Rheinland-Pfalz weiter stärken wollen. Warum erwähne ich das im Zusammenhang mit dem Kinder- und Jugendbericht? Meine Damen und Herren, es ist doch klar, junge Menschen entwickeln noch mehr Interesse an demokratischer Teilhabe, wenn sie körperlich und seelisch genügend Power besitzen, diese Themen neben Schule und Ausbildung in den Blick zu nehmen. Grundvoraussetzung für eine dauerhafte aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ist und bleibt neben anderen Funktionen immer das entsprechende Wohlbefinden. Dies wird nicht nur durch rein körperliche Erkrankungen gefährdet, sondern bei der bedeutsamen Altersgruppe vor allen Dingen durch Suchtmittel und psychische Erkrankungen. Der erste Blick unseres Berichts bescheinigt, deutlich mehr als 1.000 Personen in der Altersgruppe zwischen 15 und 25 Jahren sind im Jahr 2022 in Rheinland-Pfalz wegen eines akuten Alkoholrauschs stationär in Krankenhäusern behandelt worden. Psychische Verhaltensstörungen bei Mädchen und Jungen werden zunehmend diagnostiziert. Meine Damen und Herren, diese Kinder und Jugendlichen benötigen eine erstklassige psychiatrische und psychotherapeutische Betreuung, und wir brauchen genügend medizinisches Personal, beispielsweise bei einem Vollrausch, damit man im wahrsten Sinne des Wortes Erste Hilfe leisten kann. Wenn gleich nach dem ersten Vorfall abgeklärt wird, ob nur ein einmaliger, versehentlicher Fehlgebrauch von Suchtmitteln vorliegt oder eine schwere Depression, kann oft Schlimmeres verhindert werden. Insbesondere Männer neigen dazu, sich nicht diagnostizierte Depressionen einfach schönzutrinken. Das fängt schon in der Jugend an. Lassen Sie uns also an der flächendeckenden kinder- und jugendmedizinischen Versorgung arbeiten. Wir unterstützen unsere jungen Bürgerinnen und Bürger dabei, fit, gesund und voller Energie die Politik mitzugestalten. Das ist uns als FDP ein Herzensanliegen. Vielen Dank. (Beifall der FDP, der SPD und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Alle Reden von Cornelia Willius-Senzer Protokoll ↗