Michael Frisch
Sehr geehrter Herr Weber, abgesehen davon, dass das jetzt natürlich deutlich unter der Gürtellinie war (Zurufe von der SPD, von dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und von der FDP: Oh!) – na ja, mich so anzugehen mit irgendwelchen Unterstellungen, ich sähe so aus, als würde ich gerade gar nichts verstehen und sei out of order, (Vereinzelt Heiterkeit bei der FDP, bei der SPD, bei der CDU und bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) ist sehr respektlos, aber so kennen wir Sie, das geht mit Ihnen nach Hause –, muss ich inhaltlich sagen, Sie haben überhaupt nicht verstanden, was mein Argument war. Ich habe nicht gesagt, dass man grundsätzlich einen Widerspruch zwischen Windenergie im Wald und Forstwirtschaft und Wildtieren sehen müsse. Es ging mir einfach darum zu sagen, dass Ideologen, gleich welcher Art, immer dazu neigen, Dinge zu verabsolutieren und eben nicht mehr differenziert zu denken, nicht mehr kompromissbereit zu sein und den Interessenausgleich zu suchen. (Zuruf des Abg. Josef Winkler, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Was die Windräder betrifft, kann ich Ihnen aus meiner Heimatstadt Trier ein ganz anderes Beispiel nennen, das das zeigt, was ich gerade kritisiert habe, nämlich die mangelnde Bereitschaft, Dinge unterschiedlich zu bewerten. Da sollen jetzt im Stadtwald, einem Naherholungsgebiet, große Flächen für Windenergie zur Verfügung gestellt werden, obwohl das Flächenziel in Rheinland-Pfalz bereits erreicht ist und diese Flächen sogar von der Landesregierung als nicht geeignet eingestuft werden sollen. (Unruhe bei der SPD) Da wird jetzt mit dem Holzhammer im Sinne der Energiewende ein Waldgebiet, mit all den Konsequenzen, die das hat, geopfert, weil man es eben aus ideologischen Gründen so haben möchte. Das habe ich gemeint. Diesen Mechanismus erkenne ich auch in der Diskussion um das neue Jagdgesetz, weil man offensichtlich nicht in der Lage war, hierzu mit den Beteiligten und den einzelnen Interessenverbänden einen sinnvollen Kompromiss zu finden. Das habe ich gesagt. Offensichtlich fehlt Ihnen die intellektuelle Kompetenz, um das nachvollziehen zu können. (Beifall der Abg. Martin Louis Schmidt und Matthias Joa, fraktionslos – Zuruf aus dem Hause: Ui, ui, ui! –) Das war jetzt meine Replik auf Ihre Kurzintervention, lieber Herr Weber. Danke schön.
