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Eugen Ziegler

AfD 14.05.2025 Sitzungen 18/86

Herr Präsident, meine Damen und Herren Abgeordnete! Wir sprechen heute über ein Thema, das auch uns als Eltern, Großeltern wie auch viele Familien in Rheinland-Pfalz unmittelbar betrifft, die ärztliche Versorgung unserer Kinder. Die Zahlen vermitteln ein beruhigendes Bild: Flächendeckende Versorgung, sagen die Statistiken. Doch wer genauer hinsieht, erkennt die Risse im System. 13,2 % der Vertragsärzte sind älter als 65 Jahre, weitere 20 % in der Altersgruppe zwischen 60 und 64 Jahren. Somit ist mehr als ein Drittel der Fachärzte über 60 Jahre alt. Im Kreis Cochem-Zell beträgt der Versorgungsgrad bei Kinderärzten 56 %, ein Wert, der gefährlich nah an der Unterversorgung liegt. Es sind nicht nur die Zahlen, es sind die Schicksale, die dahinterstehen. Familien, die eine Stunde fahren müssen, um ihr krankes Kind einem Arzt vorzustellen, das ist Alltag in Teilen unseres Landes. Für Eltern ist das keine abstrakte Zahl, das ist konkrete Realität. Dieser Zustand entfernt uns immer weiter von der im Grundgesetz garantierten freien Arztwahl. Die heutige Bedarfsplanung berücksichtigt lediglich die allgemeine Pädiatrie. Das ist zu kurz gedacht. Wir brauchen ein umfassendes Bild der Realität vor Ort. Nun liegt ein Vorschlag auf dem Tisch: die Landkinderarztquote. 3 % der Medizinstudienplätze sollen für Bewerber reserviert werden, die sich verpflichten, später in unterversorgten Gebieten zu arbeiten. Wir haben bereits die Landarztquote mit 6,3 %, die ÖGD-Quote mit 1,5 % – und nun diese neue Regelung. Zweifelsohne, jede dieser Quoten stellt einen Eingriff in die Berufsfreiheit dar, einen Eingriff, der gut begründet sein muss und nicht zur Realität werden darf; denn Quoten sind letztendlich ein Zeichen dafür, dass es an Attraktivität mangelt. Sie sind ein Symptom, kein Heilmittel. Warum entscheiden sich junge Ärztinnen und Ärzte gegen eine Tätigkeit auf dem Land? Die Antwort kennen wir: bürokratische Belastung, wirtschaftliche Unsicherheit, fehlende Infrastruktur, mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Diese Probleme lösen wir nicht durch Zwang, sondern durch echte Anreize, durch bessere Rahmenbedingungen, durch gezielte Investitionen. Ja, wir können auf Landesebene etwas tun. Ein zentrales Element ist der Ausbau der Studienkapazität in der Humanmedizin. Viele junge Menschen möchten in der Nähe ihrer Heimat studieren und dort auch später arbeiten. Diese Heimatverbundenheit ist eine große Chance. Doch ohne ausreichende Studienplätze geht uns genau dieses Potenzial verloren. Wir halten die Forderung nach zusätzlichen 200 bis 250 Studienplätzen weiterhin für notwendig und gerechtfertigt. Gleichzeitig begrüßen wir die Entbudgetierung bei Kinder- und Jugendärzten. Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Das reicht aber nicht. Wir müssen weiterdenken. Wer als Ärztin oder Arzt aufs Land geht, muss dort gute Arbeitsbedingungen, ein funktionierendes Gesundheitssystem und ein lebenswertes Umfeld vorfinden. Nur dann wird aus Pflicht eine echte Entscheidung. Nur dann wird die Quote überflüssig. Wir stimmen der Einführung einer Landkinderarztquote zu, meine Damen und Herren, aus Verantwortung gegenüber den Kindern unseres Landes. Wir verbinden diese Zustimmung aber mit einem klaren Appell: Machen wir Politik, die Ursachen behebt, nicht nur Symptome verwaltet. Setzen wir auf Ausbildung, auf Attraktivität, auf die Kraft der Freiwilligkeit, nicht nur auf den Mechanismus der Zuweisung; denn nur so sichern wir die ärztliche Versorgung in der Fläche heute, morgen und in zehn Jahren. Vielen Dank. (Beifall der AfD)

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