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Johannes Zehfuß

CDU 03.04.2025 Sitzungen 18/85

Da sieht man Ihre eingeschränkte Wahrnehmung!) – Ja, das Argument kam. Da müssen Sie sich nicht bei mir beschweren, sondern bei Ihrer Kollegin. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie des Abg. Stefan Thoma, FDP – Zurufe der Abg. Marcus Klein und Johannes Zehfuß, CDU) In dem Zusammenhang will ich aber jetzt einmal deutlich sagen, was auch an dem Antrag unlogisch ist. Sie sagen, einerseits brauchen die Schülerinnen und Schüler mehr Lernzeit und schreiben in Ihrem Antrag, die Durchlässigkeit wird dadurch erhöht, dass man am Ende zwei Monate später das Abitur hat. Die Durchlässigkeit wird am Ende der Schulzeit erhöht. Das ergibt null Komma null Sinn, weil Sie gleichzeitig sagen, die kürzere Lernzeit bei G8 ist gar kein Problem, und das unterstützen Sie. (Zurufe von der CDU: Ganztag!) Sie wollen auf der einen Seite also verlängern, propagieren aber auch G8 bei der Frage und wollen dann eine Lösung bieten, indem wir über zwei Monate reden. Jetzt schauen wir uns doch einmal an, wo die Linie der CDU-Fraktion in den letzten Monaten war: mehr Sprachstandserhebungen, mehr Leistungsnachweise, mehr Druck von Beginn an, von der Kita in die Grundschule; denn wenn ich nicht Deutsch kann, soll ich gar nicht erst in die Grundschule kommen. Ich soll erst einmal Sprachstands- und Leistungseingangstests zum Besuch und zur Legitimation meines Schulbesuchs ablegen, wenn es nach der CDU geht. (Beifall der Abg. Dr. Anna Köbberling und Roger Lewentz, SPD) Das ist von Beginn an Druck auf Kinder. Sie sagen, die 3 % der Schülerinnen und Schüler, die in einem Jahrgang Abitur machen. Wir haben 550.000 Schülerinnen und Schüler in Rheinland-Pfalz, 15.000 machen ein Abitur in einem Jahrgang, und um die kümmern Sie sich. Und der Rest? – Der darf ruhig schauen, wie er klarkommt, aber um die 3 %, darum kümmern wir uns, damit die noch zwei Monate mehr Lernzeit haben. (Abg. Christof Reichert, CDU: Was für ein Schwachsinn!) Liebe Kolleginnen und Kollegen, Sie können nicht auf der einen Seite von Beginn an in der Bildungsbiografie den Druck erhöhen, immer wieder mehr Leistungsnachweise fordern, immer mehr aufsatteln wollen und dann am Ende der Zeit, wenn wir über Erwachsene sprechen, sagen, dass ihnen in einer Abiturphase zwei Monate früher oder später die Reife fehlt. Nein, das tut sie nicht. Wenn Sie dann ankreiden, dass diese Menschen früher aus der Schule gehen, um arbeiten zu gehen, (Zuruf von der CDU) sich weiterzuentwickeln, und das tatsächlich als Nachteil sehen, liebe Kolleginnen und Kollegen, dann haben wir ein anderes Bild von jungen Erwachsenen und ihrer selbstbestimmten Teilhabe an dieser Gesellschaft. Ich will Ihnen noch ein Argument liefern. Ihre Partei und unsere Partei verhandeln gerade in Berlin eine Koalition, und dabei geht es darum: Führen wir wieder verpflichtend den Wehrdienst ein? Machen wir ein verpflichtendes Soziales Jahr? Machen wir eine weitere Bindung, ohne eine Möglichkeit, früher überhaupt in ein Studium zu kommen? Das ist eine Diskussion, die viel mehr das Leben dieser jungen Menschen bestimmt als zwei Monate früher oder später Abitur. Darüber wird tatsächlich überhaupt nicht miteinander mit den jungen Menschen diskutiert. Das prägt aber das weitere Leben enorm, im Vor- wie im Nachteil. Ich glaube, deswegen sollten wir uns anschauen, was wir Kindern und Jugendlichen alles abverlangen und wo wir über ihre Köpfe hinweg reden, ohne ihnen dann aber auch in einer Konsistenz eine gute Entwicklung und langes gemeinsames Lernen zu ermöglichen; denn – auch das zeigen Studien – längeres gemeinsames Lernen ermöglicht eine bessere Teilhabe und Bildungserfolg für alle. Ich komme noch einmal zu Ihrer Linie zurück. Sie wollen eben weniger gemeinsames Lernen und suggerieren – das kann man Ihrer Website entnehmen und mehreren Pressemeldungen, die auf Ihrer Website verkündet werden – und behaupten sogar, dass längeres gemeinsames Lernen tatsächlich nicht nachweislich besser ist. (Zuruf des Abg. Michael Hüttner, SPD) Das ist wider den Fakten und wider Ihrer heute geäußerten Argumentation. Sie müssen nur einmal Ihre eigene Pressemeldung lesen, die Sie veröffentlicht haben. Daraus könnte ich Ihnen mehrere Zitate bringen. (Zuruf des Abg. Lars Rieger, CDU) Ich glaube, in diesem Sinne sollten Sie endlich anfangen, eine konsistente Bildungspolitik zu machen – (Zuruf des Abg. Marcus Klein, CDU) von Beginn an gemeinsam stärken, Kinder starkmachen, gemeinsam individuell fördern und dann, ob duale Ausbildung oder Abitur, auch dort Entlastungen zu bieten, wo sie Kinder und Jugendliche und Kolleginnen und Kollegen als Lehrerinnen und Lehrer brauchen, aber ob am Ende zwei Monate früher oder später Abitur gemacht wird, entscheidet nicht über das Wohl und Wehe einer guten Bildung (Zuruf des Abg. Lars Rieger, CDU) und selbstbestimmten Teilhabe am Leben. Vielen Dank. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)

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