Marcus Klein
Ei, ei, ei!) Ich will Ihnen nur sagen, dass wir über eine Medienrevolution reden, mit vielen, vielen positiven Seiten, aber auch mit vielen Schattenseiten. Das Gegenteil muss doch der Fall sein. Der Einsatz von neuen Medien muss die Regel werden, auch in Schulen und Bildungsinstitutionen. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP) Ich habe in der Debatte um das Handyverbot manchmal das Gefühl, hier redet die Generation Intel 386 über die Generation TikTok. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Wir müssen aber mit der Generation TikTok reden, wenn wir die jungen Leute mitnehmen wollen; denn es bringt doch nichts, wie Kollege Teuber sagt, wenn die Kinder in der Ganztagsschule sind und demnächst sehr viele Kinder mit Anspruch in der Grundschule, acht Stunden. Sie verbieten acht Stunden das Smartphone und wundern sich dann, dass ab dem Nachmittag eine wilde Nutzung stattfindet. Wer soll es denn dann diesen Kindern beibringen, bei denen sehr oft auch zu Hause ein falsches Vorbild herrscht, bei denen dann zu Hause nur noch vor dem Ding gehangen wird? – Das kann doch am Ende bei vielen Kindern und Jugendlichen nur die Kita, nur die Schule sein, und zwar schon in der Grundschule, aber erst recht in der weiterführenden Schule. So müssen wir an die Probleme, die definitiv da sind, herangehen. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD) Wer sich hier einfach nur hinstellt und ein Handyverbot fordert, hat für die Probleme, die da sind, keine Lösung, stößt jungen Leuten vor den Kopf. Im Gegenteil, der wird die Probleme nur weiter verschärfen, weil genau diese irreguläre Nutzung dann sozusagen perpetuiert und eben nicht gelernt wird. Diese Dinger, Frau Groß, sind heute so schlau, die können das alles. Die können Altersgrenzen festlegen, die können gewisse Nutzungsverhalten implementieren. Das ist alles schon möglich. Die sind nämlich viel, viel cleverer als manche Politiker, die darüber sprechen. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP – Zurufe von der CDU: Oh!) Stattdessen finde ich den Weg absolut richtig, dass das in den Schulgemeinschaften entschieden wird. Es gibt verdammt viele Schulen, die das verdammt gut geregelt haben. Da wird natürlich nicht das Handy zum privaten Gebrauch während der Unterrichtsstunde benutzt, natürlich nicht. Was wir klären müssen, sind praktische Fragen. Zum Beispiel die Frage: Wenn die Handys eingesammelt werden, wie werden sie eingesammelt? – Das sind Eigentumsrechtsfragen. Es auch völlig egal, ob das zur Regel oder zu Sanktionen gehört. Was passiert, wenn hinterher ein Kratzer darauf ist? Wie klären wir Haftungsfragen, sodass nicht am Ende die Lehrkraft in die Haftung kommt? Das sind die praktischen Fragen, die sich am Ende stellen, aber einfach nur zu sagen „Die Dinger werden verboten; wir sperren das Leben aus den Schulen aus“: (Zurufe von der CDU) Tut mir leid, das ist einfach keine Lösung. Das ist einfach gar keine Lösung. Die Schule ist dafür da, auf das Leben vorzubereiten. Wenn 95 % der 14Jährigen ein Smartphone besitzen, gehört auch die Nutzung von Smartphones selbstverständlich in unsere Schulen, und zwar eingebettet in pädagogische Konzepte und so, wie es die Schulgemeinschaften vor Ort praktikabel regeln. Dafür müssen wir Hilfestellungen geben und Anreize setzen. (Zuruf des Abg. Lars Rieger, CDU) Ein pauschales Handyverbot ist am Ende aber bildungs- und sozialpolitisches Mittelalter. (Heiterkeit bei der CDU) Vielen Dank. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und bei der FDP)
