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Sven Teuber

SPD 03.04.2025 Sitzungen 18/85

„Adolescence“ ist im Moment einer der Streaminghits bei Netflix – eine Miniserie über die Auswirkungen von Cybermobbing und falscher Nutzung von Social Media und die Auswirkungen auf junge Menschen, Kinder und Jugendliche. In dieser Serie geht es darum, dass Cybermobbing so stark ausartet, dass ein Jugendlicher ein anderes Kind ersticht. Diese Serie wird im Moment den britischen Schulen kostenfrei zur Verfügung gestellt zur Frage der Auswirkungen von Social-Media-Nutzung, den Schwierigkeiten und vor allem Krankheiten, die sich daraus entwickeln können, wenn es tatsächlich zu übersteigerten Fehlanreizen, übersteigerten Körperidealen und Mobbing führt. Das müssen wir ernst nehmen. Ich glaube, das nehmen wir alle ernst, wenn wir diese Debatte seriös führen und uns miteinander mit denen auseinandersetzen, die dazu Expertisen aufgebaut haben. Es braucht dazu eine Befassung, aber über die Schulen hinaus. Es ist ein gesamtgesellschaftliches Thema, und es kann, wird und darf nicht allein bei Kindern und Jugendlichen abgeladen werden, sondern es sind erst einmal vorrangig wir Erwachsene und Eltern, die die Aufgabe haben, Kinder und Jugendliche zu schützen und gemeinsam dazu beizutragen, Medienkompetenz und einen gesunden Umgang mit diesen Angeboten im Netz zu erlernen. Man darf und kann niemals ein Kind mit einem Smartphone oder Tablet diesem weltweiten Angebot allein überlassen. Das ist nicht nur Aufgabe von Schule, sondern auch von Elternhäusern und von uns gemeinsam. Deswegen ist es aber richtig, dass auch in Schulen darüber geredet wird und dort Medienkompetenz, der Umgang damit und die Gefahren schonungslos thematisiert werden. In diesem Sinne ist es auch Aufgabe von Unterricht zu schauen: Wie kann man das sinnvoll einbauen, um eine kritische Distanz in einer digitalisierten Welt zu diesen Dingen zu bekommen? In dem Sinne sehe ich auch die Debatte über ein Verbot von Handynutzung, aber vor allem auch über die Frage einer Social-Media-Altersbegrenzung. Wir als SPD-Fraktion haben daher schon vor einigen Wochen eine Veranstaltung auf den Weg gebracht, die genau das beinhaltet, was der Antrag der FREIEN WÄHLER fordert. Wir machen eine Anhörung. Ich lade Sie herzlich gerne dazu ein – das ist sachlich gemeint –, nächste Woche Dienstag um 17 Uhr in hybrider Form. Falls Sie im Wahlkreis unterwegs sind, finden Sie vielleicht trotzdem die Zeit, sich mit Professor Zierer, Professor Aufenanger und vielen Gewerkschaften, Eltern, Lehrern und den Verbänden auseinanderzusetzen. Wir sehen die Kombination aus Medienkompetenz und einer Frage von Social-Media-Altersbegrenzung oder gar von Handyverboten in der Diskussion als wichtig an; denn alleine etwas zu verbieten, löst noch lange kein Problem in der Frage des Umgangs, wie es im Privaten nachher läuft. Wenn nur von 8 bis 15 oder 16 Uhr etwas nicht getan werden darf, muss ich trotzdem dafür sorgen, dass ab 16.05 Uhr eine Kompetenz vorliegt, zu Hause nicht darin zu versinken, was dieses World Wide Web uns anbietet. Dabei ist es unsere Aufgabe, gemeinsam zu schauen, dass das eine bildungsgerechte Aufgabe ist. In dem Sinne lade ich Sie dazu ein – nicht nur Sie, sondern alle, auch diejenigen, die dieser Debatte lauschen –, sich gerne bei uns anzumelden, um das nächste Woche Dienstag miteinander zu diskutieren. Die Kultusministerkonferenz hat bereits Anhörungen gemacht, die dieser Antrag fordert. Frau Ministerin, ich weiß, dass auch Ihr Ministerium mit Verbänden und Expertinnen und Experten über diese Anhörung der KMK hinaus im Austausch ist, so wie auch wir im Austausch sind. Ich freue mich, dass Sie an unserer Veranstaltung nächste Woche teilnehmen. In dem Sinne ist es, glaube ich, unser aller Aufgabe, dem als Fraktionen und Gruppen auch unabhängig von Anträgen im Plenum nachhaltig nachzugehen und trotzdem dieses Thema so ernst zu nehmen, dass ich Argumente abwägen muss. Ja, es gibt Argumente dafür, Schutzzonen in Schulen aufzubauen. Ja, das findet in Teilen heute auch schon statt. Nein, es reicht aber nicht, alleine hier mit einem Verbotsantrag oder Forderungen zu kommen. Die CDU hat jetzt verfristet einen Gesetzentwurf gebracht. Das alleine ist es noch nicht. Es braucht zuerst die Auseinandersetzung, (Glocke des Präsidenten) um dann zu schauen, wie es tatsächlich aussieht und was empfohlen wird. Das machen wir jetzt im Sinne des Schutzes von Kindern, aber auch im Sinne unser aller Aufgabe als Gesellschaft, Medienkompetenz überall hinzubringen und niemanden alleinzulassen. Vielen Dank. (Beifall der SPD, der FDP und bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Alle Reden von Sven Teuber Protokoll ↗