Sven Teuber
Die drei Gestalten!) Gleichwohl hätten wir uns noch mehr gewünscht. Die vorgesehene Verbesserung des Personalschlüssels, insbesondere im U3-Bereich, ist aus unserer Sicht nicht ausreichend. Auch die CDU begreift die Kita inzwischen hauptsächlich als Bildungseinrichtung. (Abg. Sven Teuber, SPD: Schule!) Dabei geht es gerade bei den Kleinsten weniger um Bildung als um Bindung. Letztere gelingt am ehesten und besten im Elternhaus. Sollen 1- oder 2-jährige Kinder in der Kita sichere Bindungen entwickeln, die für ihr späteres Leben von entscheidender Bedeutung sind, darf nach einhelliger Meinung von Kinderärzten, Pädagogen und Psychologen die FachkraftKind-Relation für diese Altersgruppe maximal 1 : 3 betragen, nach Abzug der Zeitkontingente für mittelbare pädagogische Arbeit und Ausfallzeiten. Diesen von der Wissenschaft geforderten Standards wird leider auch der CDU-Entwurf nicht gerecht. Dass mehr Personal logischerweise mit mehr Kosten verbunden ist, kann kein Grund dafür sein, hier Abstriche zu machen; denn die gesellschaftlichen Folgekosten für in der frühen Kindheit entstandene psychische Defizite dürften um ein Vielfaches höher sein. Wenn wir unsere Kleinsten schon der Obhut einer staatlichen Einrichtung anvertrauen, anstatt es allen Eltern finanziell zu ermöglichen, ihre Kinder in der empfindlichsten und prägendsten Phase ihrer Entwicklung selbst zu betreuen, müssen die hier angebotenen Bedingungen optimal sein. Dass dies unter den vom KiTa-Zukunftsgesetz aktuell vorgegebenen Rahmenbedingungen nicht der Fall ist, darüber sind sich nahezu alle Experten einig. Der Gesetzentwurf der CDU ist ein erster Schritt, daran etwas zu ändern, aber weitere müssen folgen. Meine Damen und Herren, unsere Kinder sind das Wertvollste, das wir haben. In ihren Händen liegt die Zukunft unseres Landes. Sie dürfen nicht zum Opfer einer ideologischen Politik oder finanzieller Sachzwänge werden. Danke schön. (Beifall der Abg. Michael Frisch, Matthias Joa und Dr. Herbert Drumm, fraktionslos)
