Ralf Schönborn
Sehr geehrter Herr Präsident, meine Damen und Herren! Der Waldzustandsbericht für das Jahr 2024 führt uns erneut vor Augen, dass unser rheinlandpfälzischer Wald unter Stress steht. Insbesondere Schädlinge wie der Borkensowie der Eichenprachtkäfer verursachen große Schäden an den Baumbeständen. Auch die fortschreitende Bodenversauerung setzt den Wäldern erheblich zu, was langfristig die ökologische Stabilität bedroht. Selbstverständlich muss sich der Wald auch an Klimaveränderungen anpassen. Dass das Schadniveau unseres Waldes insgesamt weiter ansteigt, ist kein gutes Zeichen. Dies lässt sich beispielsweise daran ablesen, dass der Anteil deutlich geschädigter Waldbäume um knapp 8 % höher als im Vorjahr ist. Vor zehn Jahren lag der entsprechende Wert noch etwa 30 Prozentpunkte niedriger. Auch der Kronenzustand über alle Baumarten hinweg hat sich im vergangenen Jahr weiter verschlechtert. (Präsident Hendrik Hering übernimmt den Vorsitz) Meine Damen und Herren, zu denken geben sollte uns auch, dass aktuell nur noch 12,5 % aller Bäume keine Schadmerkmale aufweisen. Bei der Eiche sind es sogar nur noch etwa 3 %. Zum Vergleich: 1984 waren noch fast 60 % aller Eichen gesund. Hohe Mengen an Kalamitätsholz sind bei der Fichte zu beklagen. Besonders diese beiden Baumarten sind nicht nur essenziell für die Stabilität des heimischen Waldes, sondern auch tief in der kulturellen Identität und Geschichte Deutschlands verwurzelt. Als Symbol der Stärke und Beständigkeit stehen sie stellvertretend für den Erhalt unserer Natur und tragen zur Pflege eines Naturerbes bei, das zwingend für kommende Generationen erhalten werden muss. Hinzu kommt, dass gesunde Wälder als Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten zentral für das ökologische Gleichgewicht sind. Sie tragen zudem erheblich zur Luftreinhaltung, zur Grundwasserneubildung und durch die Funktion des Wasserrückhalts ebenfalls zum Hochwasserschutz bei. Zudem sind Wälder natürlich ein wichtiger Erholungsort für unsere Bürger. Meine Damen und Herren, die Waldpolitik der Ampelkoalition ist jedoch nach wie vor unehrlich. Das ist nicht zuletzt dadurch dokumentiert, dass sie sich weiterhin beharrlich weigert, die lokalen Auswirkungen von Windindustrieanlagen in Waldgebieten zu untersuchen und folglich in den Waldzustandsbericht aufzunehmen. Deswegen einige ernst gemeinte Hinweise vonseiten der AfD-Fraktion. Die massenhafte Rodung von Wäldern von bis zu einem Hektar pro Windrad ist kontraproduktiv für die Waldgesundheit, um das einmal sehr sachte auszudrücken. Mit Stand Ende 2023 waren in rheinland-pfälzischen Wäldern 524 solcher Windindustrieanlagen errichtet, 524 gravierende Eingriffe in das Ökosystem Wald. Inzwischen dürften es deutlich mehr sein. Die aktuellen Zahlen lassen wir uns gerade vom Umweltministerium aufschlüsseln. Meine Damen und Herren, riesige Fundamente aus Stahlbeton ins Erdreich gegossen versiegeln den Waldboden und beeinträchtigen den natürlichen Wasserrückhalt. Für die Installation und Wartung der Anlagen muss die notwendige Infrastruktur in Form von Stromtrassen und Zufahrtswegen geschaffen werden. Durch diese Fragmentierung verlieren unsere Wälder einen bedeutenden Teil ihres ökologischen Charmes. Ein Wald, in dem Windindustrieanlagen verbaut sind, ist schon optisch nicht mehr das, was er einmal war. Als Natur- und Tierschützer dürfen wir auch nicht vernachlässigen, dass in der Folge Lebensräume unter anderem von Fledermäusen, vom Rotmilan und von Vögeln verkleinert werden und jährlich Zehntausende von ihnen durch Rotorenschlag ums Leben kommen. Die Landesregierung verschließt lieber ihre Augen vor diesen Auswirkungen der Windkraft. Wir als AfD-Fraktion hingegen haben im Rahmen der Haushaltsberatungen eine unabhängige Studie beantragt, um die Folgen des Windkraftausbaus auf Böden im Gesamten, die Bodentemperatur sowie das lokale Klima ermitteln zu lassen. Diese Studie wird bei Umsetzung dem bedeutenden Waldboden Rechnung tragen. Meine Damen und Herren, dass Energiewendern kein Wald anvertraut werden kann, ist momentan mit Grauen im Reinhardswald in Hessen zu beobachten. Trotz neun anhängiger Klageverfahren wurde dort mit dem Bau von 18 Windkraftanlagen begonnen. Grimms Märchenwald, der sich durch seine einzigartige Landschaft mit historischen Burgen und bis zu 200 Jahre alten Bäumen auszeichnet, muss in Kürze angeblichem Klimaschutz weichen, und wir stellen fest, dass grüne Ideologen rasant zerstören, was Menschen und Natur in Jahrhunderten aufgebaut haben. Dieses eindrückliche Beispiel muss uns allen Mahnung sein und Warnung sein, den Schutz unserer Wälder ernst zu nehmen. Vielen Dank. (Beifall der AfD)
