Joachim Paul
Das Schlusslicht bilden wir!) Es ist Zeit zu handeln, und zwar konsequent und zukunftsorientiert, und genau das ist auch der Grund unseres Alternativantrags. Der Antrag der Ampelfraktionen, ja, er ist gut gemeint; aber wie heißt es so schön? (Abg. Michael Hüttner, SPD: Und gut gemacht!) Gut gemeint ist bei Weitem noch lange nicht gut gemacht. Verschiedenste Projektchen werden erwähnt, schrittweise Etablierungen; den großen Wurf allerdings können wir noch nicht erkennen. (Abg. Michael Hüttner, SPD: Da müssen Sie nur einmal genau hinschauen!) Unser Anspruch ist allerdings klar: Es muss jeder die Chance bekommen, seine Talente zu entfalten. Das gelingt durch Bildung, durch Leistung, durch Verlässlichkeit und auch durch Transparenz. Wir brauchen Bildungsstandards, die landesweit einheitlich sind. Nur so können wir feststellen, dass ein Schulabschluss in Rheinland-Pfalz, egal, ob im Norden, im Süden, im Osten oder Westen, die gleichen Bedingungen hat. Gleichzeitig müssen wir aber auch die Realität im Blick behalten. Immer mehr Betriebe klagen darüber, dass die Grundkenntnisse der Schulabgänger fehlen, (Abg. Michael Frisch, fraktionslos: So ist es!) dass sie ihnen Nachhilfeunterricht geben müssen, dass es nicht möglich ist, dass die jungen Menschen direkt von Tag 1 an gut durch ihre Ausbildung kommen. Die Ausbildungsbetriebe wollen wissen, was steckt in einem Zeugnis? Was steckt in einem Abschluss? Es kann tatsächlich nicht sein, dass der viel zitierte Dreisatz einem jungen Menschen, der eben gerade aus der Schule kommt, erst noch beigebracht werden muss. Das sind Voraussetzungen, die Schule leisten muss. (Beifall der CDU) Wir brauchen verlässliche und vergleichbare Standards. Daher fordern wir eine bessere Vergleichbarkeit der Bildungsabschlüsse und eine Stärkung in das Vertrauen des Bildungssystems, einerseits mit regelmäßigen und landesweit einheitlichen Lernstandserhebungen ab der 9. Klasse und andererseits die Abschlüsse nach der Berufsreife, sprich, nach der 9. Klasse und der Sekundarstufe I, sodass man den Realschulabschluss erlangt. An dieser Stelle eine kleine Randnotiz: In den meisten Bundesländern – ob Hessen, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Sachsen –, gibt es nach der 10. Klasse einen Abschluss. Rheinland-Pfalz hat auch hier als das einzige Bundesland einmal mehr keinen Abschluss nach der 10. Klasse mit Prüfungen vorgesehen. Die CDU-Landtagsfraktion steht für Verlässlichkeit, für verbindliche, leistungsorientierte Bildung, die jeden Schüler auf seinen Weg auch vorbereitet. Deshalb setzen wir uns als CDU-Fraktion dafür ein, systematische und verbindliche Trainingstage einzuführen. Sie bieten den Schülern ab der 7. Klasse die Möglichkeit, sukzessive in die Arbeits- und Berufswelt hineinblicken zu können, zum Beispiel mit Besuchen in Betrieben, immer in Verbindung mit der Region. Die Schulen können selbst entscheiden, ob sie das Training einen Tag oder drei oder fünf Tage durchziehen, sodass die Schule die maximale Freiheit hat, auch in Absprache mit den regionalen Playern. Das ist etwas, was auch den Kolleginnen und Kollegen in der Berufsorientierung hilft. Für uns ist vor allen Dingen eines wichtig: Ausbildung und Studium sind gleichwertig. An allen weiterführenden Schulen muss nämlich das Credo lauten: Unsere duale Ausbildung ist weltweit einzigartig, sie ist wunderbar, und sie muss weiterhin gefordert und gefördert werden. (Beifall der CDU) Nicht jeder ist für eine Ausbildung, nicht jeder ist für ein Studium geeignet. Daher begrüßen wir es als CDU-Fraktion sehr, dass jetzt gemeinsam zwischen dem Studienseminar in Trier für die Realschule plus und der IHK in Trier eine Kooperation eingegangen worden ist, ein Netzwerk zwischen Schule und Wirtschaft, das den jungen Lehrkräften, den angehenden Lehrkräften in Seminaren und Workshops zeigt, wie duale Ausbildung funktioniert, sodass sie in der Lage sind, ihren zukünftigen Schülern bestens zu erklären, wie Ausbildung funktioniert, und sie sie vorbereiten können. Ein herzlicher Dank an die Kollegen, die das dort initiiert haben. (Beifall der CDU) Ich glaube, Praktika hat jeder von uns absolviert. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer sagt, dass 75 % all derjenigen, die später in eine Ausbildung gehen, zuvor ein Praktikum in ihrem Betrieb absolviert haben. Warum also nicht unseren Schülern mehr davon geben? Daher fordern wir als CDU ein Praktikum mehr für die Sekundarstufe I und genauso auch eines mehr in der Sekundarstufe II, und dabei aber wirklich auch eines im sozialen Bereich, im dienstleistenden Bereich, im Handwerk, sodass man auch in unterschiedliche Branchen hineinschauen kann. Wenn wir in Rheinland-Pfalz nämlich wieder Spitzenreiter in der Bildung werden wollen, dann braucht es klare und verbindliche Maßnahmen. Dazu gehören für uns fünf große Punkte: landesweit einheitliche Abschlussprüfungen in Klasse 9 und 10, (Abg. Joachim Paul, AfD: AfD!) regelmäßige Lernstandserhebungen ab der Klasse 9, (Abg. Joachim Paul, AfD: AfD!) ein datenschutzkonformes Monitoringsystem, (Abg. Joachim Paul, AfD: AfD!) sodass die Ergebnisse auch bei der gezielten Schulentwicklung weiter genutzt werden können, Einführung von Trainingstagen und verpflichte nde Praktika an den weiterführenden Schulen. (Beifall der CDU) Von uns geht ein klares Signal an die Ausbildungsbetriebe, an die Schulen, an die Eltern, an die Schülerinnen und Schüler, an die Kammern aus. Wir haben verstanden. Wir wollen als CDU handeln. Stimmen Sie also unserem Alternativantrag zu. Vielen Dank. (Beifall der CDU)
