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Helge Schwab

FREIE WÄHLER 19.09.2024 Sitzungen 18/71

Sehr geehrter Herr Präsident, werte Kolleginnen und Kollegen! Als letzter Tagesordnungspunkt liegt uns erneut ein Antrag vor, der wie so oft von Vorurteilen und Vorwürfen geprägt ist. Schon der Titel spricht Bände, „Integrationsverweigerung nicht belohnen – Familiengrundschulzentren setzen falsches Signal“. Nun geht es in einem Antrag zur Bildungspolitik für die Antragsteller erneut um die Themen „Einwanderung“ und „Abschiebung“. Ganz ehrlich, mir fehlen bei so viel Pauschalisierung die Worte. Deshalb möchte ich mich auf den Inhalt konzentrieren, nämlich auf der einen Seite auf die Elternarbeit und auf der anderen Seite auf die Familiengrundschulzentren. Die FREIEN WÄHLER sehen im Gegensatz zum Antragsteller in der Elternarbeit eine große Bedeutung für Integration und die Bildungsteilhabe. Eltern sind und bleiben die wichtigsten Bezugspersonen und Vorbilder. Sie beeinflussen die Lernmotivation, den Lernerfolg und letztlich auch die Bildungschancen ihrer Kinder. Dafür tragen sie die Verantwortung. Genau hier setzen die Familiengrundschulzentren an. Sie nehmen auf der einen Seite die Eltern und auf der anderen Seite das Familienumfeld in den Blick und in die Pflicht. Diese Zentren sind ein wertvolles Instrument, um Eltern gezielt einzubeziehen und sie in ihrer Rolle als Bildungspartner zu stärken. Die Idee dahinter ist eigentlich klar. Elternarbeit hilft, die schul- und bildungsbezogenen Erziehungskompetenzen der Eltern zu fördern. Da finde ich es besonders paradox, dass die Antragsteller selbst immer wieder betonen, dass die Erziehung der Kinder zuvorderst die Aufgabe der Eltern und nicht der Schulen sei. Der Beitrag des Elternhauses zum Schulerfolg dürfe nicht aus dem Blick geraten. Genau das ist doch ein zentraler Ansatzpunkt der Familiengrundschulzentren. Diese Zentren unterstützen Eltern in ihrer wichtigen Erzieherrolle und machen sie zu Bildungspartnern. Elternarbeit wird aus unserer Sicht zum Erfolgsmodell und zur Integrationshilfe, wenn darin Themen wie „Schulbesuch“, „Bildungswege“, aber auch die Ziel- und Unterrichtssprache Deutsch thematisiert werden. Ja, es ist richtig und wichtig, dass wir diese Angebote gerade in Regionen ausbauen, in denen besondere Herausforderungen bestehen – hier gebe ich Herrn Teuber recht –, sei es aufgrund sozioökonomischer Herausforderungen oder eines hohen Anteils an Familien mit dem Hintergrund der Migration. Genau deshalb haben wir FREIE WÄHLER im Juni 2023 mit einer Kleinen Anfrage nachgehakt, warum die Pilotkommunen Wittlich und Koblenz ausgewählt wurden, obwohl dort unserer Meinung nach nicht die höchsten Bedarfe bestehen. Vielmehr war es zwingend geboten, die Familiengrundschulzentren auf soziale Brennpunkte wie Ludwigshafen auszuweiten. Der vorliegende Antrag verschweigt also, dass die Familiengrundschulzentren gerade keine Belohnung für Integrationsverweigerer sind, wie Sie es formulieren. Im Gegenteil, diese Zentren bauen Brücken zwischen Schule und Elternhaus, sie nehmen die Eltern in die Verantwortung und helfen dabei, Eltern in den Bildungsprozess ihrer eigenen Kinder zu integrieren. Das ist ein Gewinn für die Integration und unsere Gesellschaft. Liebe Kolleginnen und Kollegen, die FREIEN WÄHLER finden den Ansatz der Elternarbeit gut; denn wir sehen den Einfluss und die Verantwortung der Eltern für die Bildungschancen und für den Bildungserfolg unserer Kinder hier in unserem Rheinland-Pfalz. Vielen Dank. (Beifall der FREIEN WÄHLER, bei der CDU sowie des Abg. Philipp Fernis, FDP)

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