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Lisa-Marie Jeckel

FREIE WÄHLER 19.09.2024 Sitzungen 18/71

Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren! Frau Ministerin Binz, es ist richtig, man muss es nicht Childhood-Haus nennen, aber am Ende des Tages ist es dasselbe. Jetzt auf Begrifflichkeiten herumzureiten, ist eine schwache Ausrede dafür, dass Sie das abgelehnt haben, was die Experten jetzt in ihren 40 Handlungsempfehlungen fordern. Ein weiterer zentraler Punkt, den wir heute nicht vernachlässigen dürfen, ist die unzureichende Versorgungslage im Bereich der psychotherapeutischen Betreuung von Kindern und Jugendlichen. Die aktuelle Bedarfsplanung für psychotherapeutische Leistungen, insbesondere nach SGB V, ist völlig unzureichend und entspricht nicht mehr den gesundheitspolitischen Erfordernissen unserer Zeit. Trotz der dringenden Notwendigkeit und der klaren Zielvorgaben im Koalitionsvertrag, die Wartezeiten auf einen Therapieplatz zu verkürzen, insbesondere für Kinder, Jugendliche und Menschen in ländlichen Gebieten, sehen wir bisher kaum Fortschritte. Besonders betroffen sind Opfer sexualisierter Gewalt und Menschen mit Traumafolgestörungen, die oft monatelang auf einen Therapieplatz warten müssen. Dies ist nicht nur inakzeptabel, sondern hat auch schwerwiegende Folgen für die Betroffenen und unser gesamtes Versorgungssystem. Die Überlastung der Kinder- und Jugendhilfe, die in solchen Fällen oft als Ausfallbürge dient, verdeutlicht, wie dringend eine Reform der psychotherapeutischen Bedarfsplanung ist. Es ist an der Zeit, dass wir hier handeln und die notwendigen Schritte unternehmen, um eine bedarfsgerechte und schnelle Versorgung sicherzustellen. Wie seit Längerem wollen wir als FREIE WÄHLER vor allem eines: ein effiziente und lösungsorientierte Umsetzung, die vor allem den Betroffenen weiterhilft. Die 40 Handlungsempfehlungen der Expertenkommission sind für uns daher ein erster Schritt. Doch wir müssen sicherstellen, dass diese Maßnahmen nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern in der Praxis zum Tragen kommen. Wir FREIEN WÄHLER werden diesen Prozess konstruktiv begleiten und auf eine baldige Umsetzung drängen. Die Arbeit der Kinderschutzdienste, oft ehrenamtlich oder an soziale Einrichtungen gegliedert, verdient dabei eine stärkere finanzielle Unterstützung. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass der Schutz unserer Kinder oberste Priorität hat (Glocke des Präsidenten) und keine weiteren Verschleppungen und Verzögerungen erdulden muss. Insgesamt muss man leider feststellen, wir müssen viel mehr tun. Vielen Dank. (Beifall der FREIEN WÄHLER sowie der Abg. Gordon Schnieder und Jennifer Groß, CDU)

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