Michael Frisch
Herr Präsident, meine Damen und Herren, verehrte Frau Staatssekretärin! Um Ihr schönes Bild mit den Autos und dem Straßenverkehr aufzugreifen, müsste man sagen, dass Sie sich eine besondere Luxusausstattung eines Fahrzeugs genehmigen, obwohl die Grundausstattung nicht ausreichend ist. Das ist doch genau das Problem. Es hat niemand etwas dagegen, dass man Geld in ein Sozialraumbudget investiert, um dort besondere Bedarfe abzudecken. Die Kritik, die auch hier von Teilen des Hauses kam, ist aber doch vollkommen berechtigt, wenn man darauf verweist, dass es an der Grundpersonalisierung und an der Grundausstattung in unseren Kitas fehlt. Da muss nachgebessert werden. Kein Mensch legt sich in einem Auto Ledersitze zu, wenn gleichzeitig die Bremsen nicht richtig funktionieren oder der Motor nicht ausreichend stark ist, um die Aufgaben des Fahrzeugs zu bewältigen. Ein zweiter Punkt: Sie haben gesagt, die Herausforderungen werden immer größer – das ist richtig –, aber da haben wir in der Vergangenheit immer wieder auch darauf hingewiesen, dass man einmal darüber nachdenken könnte, warum das so ist. Warum werden Kinder immer schwieriger? Warum brauchen sie immer mehr Unterstützung von Sozialarbeitern, von Psychologen? – Das hat Ursachen in den Familien. Man kann über Sozialraumbudgets versuchen, die Probleme zu lindern, aber man muss auch darüber nachdenken, woher die Probleme kommen und sie dann an der Wurzel packen. Deshalb ist mein entschiedenes Plädoyer an dieser Stelle, neben dem, was Sie hier mit sehr viel finanziellem Aufwand machen, auch die Familien zu stärken. Sorgen wir dafür, dass die Probleme dadurch kleiner werden, dass Kinder in den Familien gestärkt werden, damit sie zu eigenständigen Persönlichkeiten heranreifen. Dann brauchen wir auch weniger Geld für Reparaturkosten in unseren Fahrzeugen aufwenden. Danke schön. (Beifall der Abg. Matthias Joa und Martin Louis Schmidt, fraktionslos)
