Sven Teuber
Frau Nieland, wenn Sie von Niveauverlust sprechen, dann haben wir das hier gerade leider sehr erleben müssen. (Beifall bei der SPD, bei der CDU, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der FDP und bei den FREIEN WÄHLERN) Es ist nicht zu ertragen. Wir haben eine fachliche Debatte geführt. Ich fand, sie war sehr sachlich und miteinander ringend um eine Frage, die uns alle betreffen wird, weil wir uns darum kümmern müssen, dass wir kein Kind verlieren. Dazu muss man unterschiedliche Konzepte miteinander diskutieren und Ideen auf den Weg bringen. Hier sind Ideen auf dem Weg angeboten worden. Sie haben wir kommentiert und haben das auch deutlich eingeordnet. In dem Zusammenhang stellen Sie sich da hin, machen Copy-and-paste von der Rede zum Herkunftssprachenunterricht aus dem letzten Plenum und meinen, noch einmal der schönen Keule gegen Ausländer und Ihren ganzen ideologischen Fantasien fröhnen zu müssen. (Zuruf des Abg. Dr. Jan Bollinger, AfD) Dazu sind wir hier nicht da. Wir sind nicht dazu da, sondern wir wollen miteinander Lösungen entwickeln und uns nicht sozusagen in Problemen suhlen, die Sie gerne herbeireden wollen. Erstens wird Herkunftssprachenunterricht nachweislich von jedem – – – (Zuruf des Abg. Dr. Jan Bollinger, AfD) Sie können Hunderte Studien zitieren. Ich zitiere nur einmal die Robert Bosch Stiftung in dem Zusammenhang, weil ich das noch von der letzten Debatte vom letzten Monat im Kopf habe. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben deutlich feststellen können, je mehrsprachiger ein Kind durch Herkunftssprachenunterricht gefördert aufwächst, desto besser die deutsche Sprachkompetenz. Punkt. Wenn Sie deutsche Sprachkompetenz ausbilden wollen, dann sollten Sie – das habe ich Ihnen letztes Mal schon vorgeschlagen – einen Antrag zum Ausbau von Herkunftssprachenunterricht einbringen. Sie lernen viel besser Deutsch als diejenigen, die keinen besuchen. Zweitens ist der Herkunftssprachenunterricht optional zusätzlich. Kein Kind wird weniger Deutsch lernen, wenn es Herkunftssprachenunterricht besucht. Sie suggerieren das aber; Sie stellen das bewusst so dar, als würden sie nur ihre Sprache von Mutter oder Vater sprechen. Das werfe ich Ihnen persönlich gar nicht vor, weil Sie wahrscheinlich keine Ahnung davon haben können, aber Sie lesen das vor, was man Ihnen aufschreibt. Ich verlange dann von Abgeordnetenkolleginnen und -kollegen, dass sie das überprüfen, was andere Kollegen ihnen aufschreiben und nicht nur einmal etwas herbrabbeln, was vielleicht in die ideologische Phrase passt. (Glocke der Präsidentin) Letzter Punkt dazu: Das Thema des Herkunftssprachenunterrichts hat nichts mit der Frage zu tun, wie integriert sich ein Kind in eine Kita fühlt. Das ist nicht nur vom Migrationshintergrund abhängig, (Glocke der Präsidentin) sondern häufig vom Bildungshintergrund der gesamten Familie. Das ist noch immer keine Frage von Nation, wo Eltern geboren wurden. (Beifall bei der SPD, vereinzelt bei der CDU, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der FDP und bei den FREIEN WÄHLERN)
