Martin Haller
Gute Frau, die Frau Ahnen!) Mit dem neuen Institut wollte und tut TRON Translation vorantreiben. Das heißt – ich übersetze es noch einmal –, Forschende entwickeln praktisch am Patientenbett zusammen mit den behandelnden Ärzten und Ärztinnen neue, innovative Behandlungsansätze. In der vergangenen Woche war es für uns deshalb ein ganz besonderer Freudentag, dass wir es auch durch das Mitwirken von Herrn Hoch geschafft haben, am Gelände der Universitätsmedizin – der Wunsch, wirklich ganz in der Nähe der Medizin zu sein – diesen Spatenstich zusammen tätigen zu können. Man muss wissen, dieser Forschungs- und Nutzungsbau entsteht aus Eigenmitteln. Ich kenne keine weitere öffentliche Ausgründung, die es geschafft hat, so mit Lizenzen und mit ihren eigenen Forschungsergebnissen zu wirtschaften, dass sie diesen Neubau allein aus Eigenmitteln stemmen kann. Das TRON arbeitet selbstverständlich in einem agilen Umfeld, einerseits der Universitätsmedizin, aber auch vieler weiterer außeruniversitärer Einrichtungen. Ich nenne ein paar, die Bezug zur Biotechnologie haben. Es sind das Institut für Molekulare Biologie, das Helmholtz-Institut für Translationale Onkologie, das Institut für Biotechnologie und Wirkstoff-Forschung, das LeibnizInstitut für Resilienzforschung, das Max-Planck-Institut für Polymerforschung oder auch das Fraunhofer-Institut für Mikrotechnik und Mikrosysteme. Es war und es ist eine kluge, eine vorausschauende Wissenschaftspolitik, die dieses breite und starke Forschungsfeld geschaffen hat. Ich freue mich darüber, dass der Wissenschaftsminister dieses Feld mit der gleichen großen Freude wie wir alle vorantreibt. All diese hochkarätigen Einrichtungen bilden einen Nährboden für Spitzenforschung und Spitzenforschende und einen sehr starken Magneten für internationale Fachkräfte. Man könnte auch schlicht sagen, gute Wissenschaftler ziehen Wissenschaftler an und innovative Unternehmen ziehen innovative Unternehmen an. Ich bin deshalb sehr glücklich darüber, dass wir auch mit der Bundesregierung in guten Gesprächen stehen, um den Forschungsstandort weiter stärken zu können; denn ohne die Grundlagenforschung – das ist hier schon gesagt worden –, zum Beispiel in dem Fall des TRON, wäre die Entwicklung des weltweit ersten mRNA-basierten Impfstoffs überhaupt nicht entstanden. Das Momentum zu nutzen, ist unser Job und unsere Aufgabe. Wir tun das mit großer Begeisterung. Ich will noch einmal ein Stück dieser Freude hereinbringen. Es macht einen Riesenspaß in den neuen Strukturen im Biotechnologiebeirat oder in unserer neuen Biotechnologie-Akademie oder in Kreisen, in denen wir uns treffen, um weiterzudenken, diese Projekte voranzutreiben. Wir haben eine Biotechnologie-Studie in Auftrag gegeben, um zu sehen: Wo stehen wir, und was müssen wir weiterhin ressortübergreifend tun, um besser zu werden? Wir haben uns entschieden, dass wir insgesamt bis zum Ende der Legislaturperiode 800 Millionen Euro in diesen Schwerpunkt investieren und ganz konsequent durch Anschubfinanzierung, Förderung der Wissenschaft, aber auch der Wirtschaft durch die Kollegin Schmitt – auch dort wird sehr, sehr viel investiert – weiterarbeiten werden. Zu den Strukturen gehören der Landeskoordinator, der Beirat, die Akademie. Es geht um Strukturen der Vernetzung. Es ist richtig gesagt worden, es gibt zwei – sagen wir einmal – weiße Flecken in dieser Studie, die es uns aufgetragen haben, uns besonders anzustrengen. Der eine Bereich sind Laborflächen. Ich möchte gerne sagen, was inzwischen in diesem Bereich entsteht, seit die Studie entstanden ist. Das LAB1 wäre das erste Laborgebäude auf dem neuen BioNTech-Campus. Bis 2025 werden dort 3.000 m2 an Laborflächen zur Verfügung gestellt. Das LAB2 hat bereits eine Baugenehmigung und viele Interessierte, die sich dort ansiedeln werden. Wir haben TRON – das ist schon gesagt worden – mit m2, 10.000 ein Großteil davon Laborflächen. Wir haben im universitären Bereich auch viele Aktivitäten durch das Wissenschaftsministerium, das uns Laborflächen zur Verfügung stellt, gefördert. Der Schulterschluss mit der Landeshauptstadt ist uns dabei von Anfang an sehr, sehr wichtig. Dass wir beispielsweise am 10. und 11. Juli die Curious Future Inside Conference in Mainz mit 2.000 Teilnehmenden und acht Nobelpreisträgern präsentieren können, zeigt, dass viele Menschen inzwischen weltweit auf den Standort Mainz schauen. Ich möchte den anderen Punkt, Gründer und auch das Thema „Cluster“, noch einmal beleuchten. Die Kollegin hat es heute Morgen schon gesagt, wir werden mit Kadans einen international tätigen Wissenschaftspark und Netzwerkbetreiber hier haben. Wir werden mit dem Life Science Zentrum Mainz Büround Laborflächen schaffen und dafür sorgen, dass gerade die Jungen, die Start-ups, die Ausgründungen dort eine neue Heimat und eine entsprechende Unterstützung finden werden. Es wird dort ein Inkubatoren-Programm geben. Der zweite Punkt: Die Kollegin arbeitet ebenfalls an der Plattform BioVation Rheinland-Pfalz. Das soll das große landesweite Cluster werden, um in der Zukunft die Biotechnologie im ganzen Land als Andockpunkt zu haben. Es ist doch vollkommen klar für uns, Mainz ist der Ausgangspunkt, aber selbstverständlich haben wir ein Interesse, nicht nur rheinland-pfälzisch, sondern auch national und international zu denken und möglichst alle einzubeziehen. Mein letzter Punkt: Das ganze Cluster würde uns in der Wissenschaft wenig nutzen, hätten wir nicht umgekehrt tatkräftige Unternehmen, die in diesem Bereich unterwegs sind. Boehringer Ingelheim, das größte Pharmaunternehmen Deutschlands, ist heute genannt worden. Sie haben inzwischen riesige Investitionen am Standort in Ingelheim in die Forschung, aber auch im Bereich der Biotechnologie getätigt. Die BASF ist noch nicht in dem Zusammenhang genannt worden, glaube ich, aber es gibt nicht nur die rote Biotechnologie. Sie haben einen zweistelligen Millionenbetrag in eine Fermentationsanlage für biologische und biotechnologiebasierte Pflanzenschutzprodukte investiert. Das Helmholtz-Institut für Translationale Onkologie oben an der Uni bekommt einen neuen Forschungsm2. bau mit einem Volumen von 2.000 Novo Nordisk – auch das ist gesagt worden – hat die Deutschlandzentrale in Mainz errichtet. Ich möchte gerne den Geschäftsführer zitieren. Er sagte: „[Unser] Neubau ist ein klares Bekenntnis zu unserer langjährigen Heimatstadt Mainz und Rheinland-Pfalz als zukunftsweisendem Biotechnologiestandort Mainz ein idealer Standort.“ Ich könnte viele andere Unternehmen hinzufügen. Ich will einfach noch einmal sagen, es ist wichtig für uns, dass diese Unternehmen und die Wissenschaft Vertrauen in unseren Standort haben. Die Landesregierung tut viel dafür, dass wir nicht nur investieren, sondern auch vertrauensvoll mit all diesen Kollegen, mit den Partnern zusammenarbeiten, weil es dort eine große Freude und eine große Lust gibt, dieses Thema weiter nach vorne zu bringen. Ich bin davon überzeugt, dass wir als Landesregierung die Aufgabe haben, in diesem Veränderungsjahrzehnt – weil es vorhin besprochen worden ist – auf der einen Seite die Unternehmen, die in der Transformation sind, zu unterstützen, damit sie diesen Wandel bestehen, aber auf der anderen Seite auch Chancen, die wir in diesem Land haben, aufzugreifen und sie nach vorne zu bringen, um neue Chancen zu nutzen, neue Arbeitsplätze zu kreieren und die Sicherheit zu haben, dass Rheinland-Pfalz auch in Zukunft ein attraktiver Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort bleibt. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, der FDP sowie des Abg. Stephan Wefelscheid, FREIE WÄHLER)
