landtag-rlp.de ↗

Cornelia Willius-Senzer

FDP 14.03.2024 Sitzungen 18/63

Herr Präsident, liebe Abgeordnete! Der schwedische Schriftsteller August Strindberg hatte wahrscheinlich schon Anfang des 20. Jahrhunderts den Sinn eines Kulturentwicklungsplans erfasst, indem er äußerte, die ganze Kultur ist eine große, endlose Zusammenarbeit. Nachdem ich mir hier die Reden heute angehört habe, kann ich sagen, einige Seminare an kultureller Bildung wären auch hier nicht fehl am Platz. Gerade die Leitkultur einer Partei, glaube ich, sollte einmal überdacht werden. (Beifall der FDP, der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie des Abg. Michael Wagner, CDU) Strindberg hatte recht, und auch die Initiatoren und Teilnehmenden des Kulturentwicklungsplans hatten recht. Am Ende der Beteiligungsphase, die immerhin über eineinhalb Jahre ging, verfügt das Land Rheinland-Pfalz über einen Ergebnisbericht, der sich sehen lassen kann. Dieser Bericht stellt die Grundlage für die weitere Behandlung der Kulturentwicklungsplanung in unserem Lande dar. Nun kann über die bereits begonnenen Maßnahmen hinaus an den Themen gearbeitet werden, bei denen direkter Handlungsbedarf identifiziert wurde. Hieran wurde unmittelbar und wird auch weiterhin mit großen Schritten gearbeitet. Ich zähle jetzt nicht alle 93 Maßnahmen auf, Frau Schneid, weil das viel zu lange dauert. Ich greife mir nur einige heraus. Ein Thema ist insbesondere für mich die Förderung von Formaten ländlicher Räume bzw. eines flächendeckenden Kulturangebots; denn gerade fernab der Städte ist ein reichhaltiges, attraktives Kulturangebot ein wichtiges Element der Orts- und Regionalentwicklung. Ich glaube, da sind wir uns einig. Hier wird auch der geplante Ausbau von Vernetzungsangeboten eine wichtige Rolle spielen. Zwei weitere Themen mit Priorität unterstützen daneben auch die Kultur in den Städten, die Vereinfachung der Kulturförderung sowie die bessere Verankerung und Sichtbarmachung von Kultur. Wir als FDP freuen uns darüber, dass die eben genannten Themen nun mit Priorität vorangetrieben werden. Das Bundesland Rheinland-Pfalz ist stark durch seine Regionen geprägt, deren kulturelle Potenziale nicht gerade homogen sind. Wir als FDP werden bei der Umsetzung auf das Gebot der Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse achten. Wir werden darauf schauen, dass die kulturellen Potenziale und Profile aller Regionen unseres Landes optimal wahrgenommen und genutzt werden; denn Kulturförderung ist immer auch gleichzeitig Wirtschaftsförderung. Dort, wo die Kultur eine Aufwertung erfährt, zieht sie verstärkt Besucher an. Auch kulturinteressierte Menschen möchten vor Ort zumindest etwas essen, etwas trinken. So beginnt gerade in ländlichen Regionen ein zartes schrittweises Wachstum. Wir als FDP würden es daher begrüßen, wenn die Förderung von Formaten ländlicher Räume auch Kulturregionen mit in den Blick nehmen würde, deren wirtschaftliche Potenziale schwach ausgeprägt sind. Wenn diese Gebiete gute kulturelle Ansätze haben, die gefördert werden könnten, wäre dies ein doppelter Erfolg. Sowohl die Kultur als auch die Wirtschaft würden gestärkt werden. Wir als FDP gehen davon aus, dass dies für alle Beteiligten eine Win-win-Situation wäre. Danke schön. (Beifall der FDP, der SPD und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Alle Reden von Cornelia Willius-Senzer Protokoll ↗