Joachim Paul
Danke schön. Vielen Dank für dieses Entgegenkommen, das ich natürlich sehr, sehr gut finde. Frau Staatsministerin, ich will das einmal ganz respektvoll ein bisschen kontern. Also, erstens einmal habe ich gerade dort, wo die Sorben leben, Wahlkampf gemacht. Ich möchte Sie einmal mit einem Ergebnis konfrontieren. Wahlkreis Bautzen, der Kandidat der AfD, (Zuruf der Staatsministerin Dr. Stefanie Hubig) Karsten Hilse, ist mit 33,4 % direkt in den Bundestag gewählt worden. (Zuruf des Abg. Sven Teuber, SPD) Ich habe dort Wahlkampf gemacht. Das Gegenteil ist der Fall, das Gegenteil ist der Fall. Die AfD findet dort auch bei der nationalen Minderheit der Sorben großen Anklang. (Abg. Sven Teuber, SPD: Sie sollten sich mit Wissenschaft befassen und nicht mit Umfragen!) Wir finden es gut, dass dieses Erbe, dieses kulturelle Erbe, dieses slawische Erbe gepflegt wird. 100%ig stehen wir auf der Seite der sorbischen Minderheit. Sie schüren jetzt gerade Ressentiments. Was wir sagen, ist, wir teilen nicht in schlechte und gute Sprachen ein. (Abg. Hans Jürgen Noss, SPD: Macht Ihr aber!) Wir vergegenwärtigen uns eine Situation, eine Sondersituation, die Sondersituation knappster Ressourcen bei großen Integrationsdefiziten. Sie können wohl kaum leugnen, dass wir knappe Ressourcen haben – Vollzeitstellen, Lehrer, gut ausgebildete Lehrer, vollumfänglich ausgebildete Lehrer – (Zuruf des Abg. Sven Teuber, SPD) und wir mit Integrationsdefiziten zu kämpfen haben. Das sind zwei Faktoren, die die Situation zu einer besonderen machen. (Abg. Sven Teuber, SPD: Die Wissenschaft sagt etwas ganz anderes!) Da muss man sich überlegen, wie man mit den Ressourcen umgeht. In einer idealen Welt ohne Integrationsprobleme, die wir aber haben, könnte man sagen, na ja gut, das bieten wir auch noch an. Bei knappen Ressourcen und massiven Integrationsproblemen muss man aber auch unbequeme Maßnahmen treffen und sagen, wir müssen hier bei Ressourcenknappheit umsteuern und den Deutschintensivunterricht, den Förderunterricht verstärkt anbieten. (Zuruf des Abg. Fabian Ehmann, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Eines ist ganz klar. Wenn man sich den Herkunftssprachenunterricht anschaut, dann muss man sagen, es geht nicht um Herkunftssprachenunterricht. Noch einmal, wir haben nichts gegen Mehrsprachigkeit, gar nichts, überhaupt nichts. (Unruhe im Hause) Es ist sogar eine gute Idee, dass Wurzeln, kulturelle Wurzeln gepflegt werden können, aber nicht in der Situation und nicht zu dem Preis, – – (Zurufe aus dem Hause: Oh! – Glocke der Präsidentin)
