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Sven Teuber

SPD 22.02.2024 Sitzungen 18/61

Frau Präsidentin! Thiago lernt Deutsch und Spanisch, Helena und Anna Griechisch und Deutsch, Güllü Deutsch und Türkisch. Sie stehen stellvertretend für viele Kinder in unserem Land, die sowohl die deutschen Kompetenzen als auch die der Herkunftssprache erlernen. Sie stehen stellvertretend für viele Klassen, in denen unsere Lehrerinnen und Lehrer einen hervorragenden Unterricht bieten, um ihnen das zu ermöglichen, und dafür sagen wir an der Stelle Danke und weiter so. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP – Zuruf des Abg. Joachim Paul, AfD) Sie stehen auch stellvertretend für Eltern, die aus Überzeugung hinter diesen Konzepten stehen. Uns liegen einige Briefe dazu vor, zum Beispiel von der Grundschule Falkenberg in Dienheim, übrigens auch von zahlreichen Eltern oder auch Lehrerinnen und Lehrern aus Kursen verschiedenster Herkunftssprachenunterrichte. Warum das falsch ist, was Sie sagen, und dass Sie offensichtlich tatsächlich nur in Ihrer eigenen ideologischen Welt und Parallelwelt leben, zeigen zahlreiche Studien, die die Bedeutung von Mehrsprachigkeit auf die Kompetenzerweiterung sowohl in der Herkunftssprache als auch in deutscher Sprache nachweisen. Ich will Ihnen mit Erlaubnis der Präsidentin ein Zitat der Robert Bosch Stiftung und des Deutschen Schulportals – des Deutschen Schulportals, das sollte Ihnen wiederum gefallen – der Robert Bosch Stiftung in dem Zusammenhang geben. Dort steht geschrieben – ich zitiere –: „Die Forschung zeigt: Je besser Kinder und Jugendliche ihre Herkunftssprache schriftlich beherrschen, desto besser schneiden sie auch im Deutschen ab. [da selbst] mehrsprachige Kinder und Jugendliche nur selten schriftliche Kompetenzen in ihrer Herkunftssprache erreichen[, wenn sie diese nicht haben].“ Sie brauchen diese schriftliche Kompetenz aber in der Herkunftssprache, um noch mehr Deutsch lernen zu können. Die Forschung, zum Beispiel die Robert Bosch Stiftung, sagt eindeutig, es braucht einen Ausbau und einen Erhalt dieser Angebote. Das zeigen auch die Rückmeldungen der Lehrerinnen und Lehrer, der Eltern und der Kinder in allen Bereichen unseres Landes. Damit sind das Fakten, die wir Ihrer Ideologie entgegenstellen können. Tatsächlich reden Sie selbst von Paralleluniversen, und in dem leben Sie offensichtlich tatsächlich. (Beifall der SPD und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie des Abg. Philipp Fernis, FDP) Es ist weiterhin nachgewiesen – auch von Studien –, dass diese Mehrsprachigkeit ein Wunsch unserer mittelständisch geprägten Wirtschaft ist. Wenn ich jetzt einmal an Eli Lilly und die erfolgreiche Ansiedlung dieses Großkonzerns in Rheinland-Pfalz denke, suchen die sich solche Bundesländer und Standorte in Rheinland-Pfalz nicht umsonst aus. Sie wissen um die Weltoffenheit unserer Gesellschaft, und sie wissen um die gute Bildung (Zuruf der Abg. Ellen Demuth, CDU) in die Mehrsprachigkeit und in die globalisierte Welt hinein. Wenn Eli Lilly tatsächlich künftig hier Arbeitsplätze schafft, dann ist es so, dass sie auch genau auf diese Mehrsprachigkeit setzen. Wenn wir gerade beim vorherigen Punkt gehört haben, dass es tatsächlich eine sehr stark mittelständisch orientierte Wirtschaft in diesem Land gibt, die uns den Rücken stärkt, dann ist es auch ein wichtiger Punkt, dass wir die Fachkräfte von morgen nicht alleine mit einem begrenzten Horizont ausstatten dürfen, sondern wir müssen sie dafür gewinnen, tatsächlich über Grenzen zu denken. Sprache und Mehrsprachigkeit erleichtern ihnen das. Gleichzeitig sind wir außerdem ein Flächenland in einer Grenzregion nach Frankreich, nach Luxemburg, um nur einmal zwei zu nennen und deutlich herauszuheben. (Zuruf des Abg. Joachim Paul, AfD) Auch das zeigt, Luxemburg und Frankreich brauchen wir als Partnerinnen und Partner, um in diesem Bereich einen Herkunftssprachenunterricht gemeinschaftlich über Grenzen hinweg zu gewährleisten, weil ein Austausch von Regionen wie in meiner in Trier ohne Luxemburg tatsächlich gar nicht denkbar wäre. (Abg. Joachim Paul, AfD: Hat mit dem Thema nichts zu tun!) Das wollen wir auch nicht. Wir wollen eben nicht den Dexit. Wir wollen nicht ein Europa verhindern und einen Austausch verhindern, sondern wir wollen eine offene Gesellschaft, in der Sprache der Schlüssel ist. Deutschkompetenzen müssen wir fördern, Kernkompetenzen fördern. Darüber haben wir in diesem Plenum auch schon gesprochen. Das Startchancen-Programm, das hier von der Opposition als geschichtsträchtig und als das größte Bildungsprogramm, das es je in Deutschland gab, besprochen wurde, diese 20 Milliarden Euro sind in dem Zusammenhang tatsächlich eine richtige Investition in diese Kernkompetenzen. Da haben wir ebenfalls Antworten darauf. Deswegen verfängt Ihre Hetze vielleicht bei Ihrer eigenen kleinen Bubble, aber diese Hetze wird Demokratinnen und Demokraten nur darin bestärken, die Kinder zu stärken, die eben kognitiv offensichtlich einigen von Ihnen in der Zukunft so überlegen sein werden, dass Sie tatsächlich Angst haben müssen vor ihnen (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP – Vereinzelt Heiterkeit bei der AfD) und dass Ihre Sorgen berechtigt sind, dass sie Ihnen den Garaus machen, politisch. (Beifall des Abg. Benedikt Oster, SPD –

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